Welche App funktioniert in welchem Land?
Die vier Dienste sind unterschiedlich gebaut. Wero und Bizum hängen direkt an deinem Bankkonto: Bizum nutzt du in der Banking-App, Wero je nach Bank dort oder in der eigenen Wero-App, die du mit dem Konto verbindest. Twint gibt es als App deiner Bank oder als Prepaid-App. PayPal ist ein eigenes Konto, aus dem du zahlst. Entscheidend ist darum zuerst, ob die Empfangsperson denselben Dienst im selben Land nutzt.
| Dienst | Wo nutzbar | Verbreitung laut Anbieter | Geld an Privatpersonen | Im Onlineshop |
|---|---|---|---|---|
| Wero | Belgien, Deutschland, Frankreich; in Luxemburg läuft der Wechsel von Payconiq zu Wero | keine Angabe in den geprüften Quellen | per Telefonnummer, laut Anbieter in unter 10 Sekunden aufs Bankkonto, auch nachts und am Wochenende | ja, bei teilnehmenden Shops |
| Twint | Schweiz | über 6 Millionen aktive Nutzende | an Kontakte per Telefonnummer, auch Geld anfordern und Rechnung aufteilen | ja, in Online- und App-Shops |
| Bizum | Spanien und Andorra; Verbindung zu BANCOMAT (Italien) und MB Way (Portugal) | 31,5 Millionen aktive Nutzende | per Telefonnummer in der Banking-App, in unter 10 Sekunden | ja, bei rund 120 000 Onlinehändlern |
| PayPal | international, mit eigenem PayPal-Konto | keine Angabe in den geprüften Quellen | als Zahlung an «Freunde und Familie» | ja, mit Käuferschutz bei Zahlungen für Waren |
Österreich und die Schweiz nennt Wero derzeit nicht unter den verfügbaren Ländern; der Anbieter will aber in weitere europäische Länder expandieren. In Österreich kannst du stattdessen die Echtzeitüberweisung deiner Bank oder PayPal verwenden. In der Schweiz bezeichnet sich Twint als führende Zahl-App. Geld senden funktioniert dort unabhängig davon, welche Twint-App die andere Person nutzt.
Was kostet das Senden, und wo liegen die Limits?
- Wero: Wero erhebt keine Gebühren für Wero-Zahlungen, deine Bank kann aber für einige Zahlungen Gebühren verlangen. Innerhalb von sieben Tagen ab der ersten Zahlung oder Anfrage sind 100 Zahlungen und 100 Anfragen möglich. Als Höchstbetrag zum Senden oder Bezahlen nennt Wero 100 000 Euro. Deine Bank kann zusätzliche Limits setzen.
- Twint: Geld senden und empfangen ist laut Twint kostenlos. Die Obergrenzen hängen von deiner Twint-App ab und gelten fürs Senden wie fürs Empfangen. Für das Bezahlen bei Händlern führt Twint separate Limits.
- Bizum: Bizum unterscheidet zwischen Limits für Käufe und für Zahlungen zwischen Personen. Die genauen Beträge und allfällige Gebühren erfährst du bei deiner Bank.
- PayPal: In Deutschland ist das Senden an Freunde und Familie im Inland laut Gebührenübersicht (Stand 7. September 2026) kostenlos, wenn keine Währungsumrechnung nötig ist. Für internationale Zahlungen an Freunde und Familie nennt sie 5 Prozent des Betrags, mindestens 0,99 und höchstens 3,99 Euro. Für Konten in anderen Ländern gilt die jeweilige Gebührenübersicht.
Eine Alternative ohne Zusatz-App ist die Echtzeitüberweisung. Banken im Euroraum müssen sie seit dem 9. Oktober 2025 auch zum Senden anbieten, und seit dem 9. Januar 2025 darf sie nicht mehr kosten als eine normale Überweisung. Seit dem 9. Oktober 2025 prüft deine Bank vor dem Absenden ausserdem kostenlos, ob Name und IBAN zusammenpassen. Wie du diese Hinweise liest, erklärt der Ratgeber Empfängerüberprüfung bei Überweisung: Warnhinweise richtig lesen. In der Schweiz gilt die EU-Verordnung dazu nicht.
Wie bist du beim Kauf im Shop oder auf dem Marktplatz geschützt?
Hier unterscheiden sich die Dienste am deutlichsten. PayPal bietet bei Zahlungen für Waren einen Käuferschutz. Er kann greifen, wenn ein Artikel nicht ankommt oder deutlich von der Beschreibung abweicht. Laut den Bedingungen für Deutschland eröffnest du den Konflikt innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung. Persönliche Zahlungen über «Freunde und Familie» sind ausdrücklich ausgenommen.
Bei Wero kannst du eine Onlinezahlung nach der Bestätigung nicht mehr stornieren. Eine Erstattung beantragst du beim Händler; lehnt er ab, meldest du das Problem in den Zahlungsdetails der Wero-App. Ein Käuferschutzprogramm wie bei PayPal beschreibt die Wero-Hilfe zur Erstattung nicht. Bei Twint und Bizum klärst du vor einem grösseren Kauf im Shop und bei deiner Bank, welche Wege bei Problemen offenstehen.
Tipp: Auch Wero rät bei Privatverkäufen: auf bekannten Marktplätzen kaufen und bei deren Nachrichten- und Zahlungsfunktionen bleiben. Wer dich drängt, ausserhalb der Plattform per Überweisung zu zahlen, verdient Misstrauen.
Welche Betrugsmaschen nutzen Zahl-Apps aus?
Weil das Geld sofort ankommt, setzen Betrüger auf Zeitdruck und Verwechslung. Die Banco de España und das Europäische Verbraucherzentrum in Spanien haben im April 2026 vor zwei Maschen mit Bizum gewarnt. Das Prinzip lässt sich auf jede App mit Anfragefunktion übertragen, und auch Wero und Twint bieten Geldanfragen an.
- Anfrage statt Zahlung: Eine angebliche Käuferin auf einem Kleinanzeigenportal schickt dir keine Zahlung, sondern eine Geldanfrage. Wer sie annimmt, glaubt Geld zu bekommen und sendet es in Wirklichkeit.
- Falsche Rückerstattung: Jemand behauptet, dir versehentlich Geld geschickt zu haben, und bittet um Rückzahlung. Viele zahlen, ohne zu prüfen, ob überhaupt etwas angekommen ist. Und selbst ein echter Eingang kann aus einem übernommenen Konto stammen.
- Falscher Support: E-Mails, Anrufe und auch Briefe mit QR-Code geben sich als Twint oder Bank aus und wollen Login-Daten oder SMS-Codes. Laut Twint fragen weder Twint noch seine Partnerfirmen je nach sensiblen Daten wie deinem Passwort.
Die wichtigste Regel stammt von der Banco de España: Geld zu empfangen braucht keine Bestätigung. Wero hält fest, dass Banken, Behörden und seriöse Unternehmen nie Geld über Wero anfordern. Wie du Freigaben auf dem Handy liest, zeigt Freigabe in der Banking-App: Push-Meldungen genau lesen. Um gefälschte Belege geht es in Zahlungs-Screenshot erhalten: woran du einen Geldeingang prüfst.
Fiktives Beispiel: eine geteilte Rechnung und ein Verkauf mit Haken
Fiktives Beispiel: Anna aus Leipzig isst mit drei Freundinnen beim Italiener. Sie bezahlt die ganze Rechnung mit Karte, zwei Freundinnen schicken ihren Anteil per Wero aus ihren Banking-Apps. Die dritte ist bei einer Bank ohne Wero. Sie wählt die Echtzeitüberweisung, achtet auf das Ergebnis der Empfängerüberprüfung und sendet. Kurz darauf ist alles auf Annas Konto.
Eine Woche später bietet Anna einen Kinderwagen online an. Eine Interessentin schreibt, sie habe schon bezahlt, Anna müsse den Eingang nur noch in der App bestätigen. In der App sieht Anna aber eine Anfrage, 180 Euro zu senden. Sie lehnt ab, prüft ihren Kontostand direkt in der Banking-App und bricht den Kontakt ab.
Was Anna richtig macht: Sie liest die Richtung der Zahlung, bevor sie etwas freigibt. Und sie vertraut weder einer Chatnachricht noch einem Screenshot, sondern nur dem eigenen Kontostand.
Was tust du, wenn Geld am falschen Ort gelandet ist?
- Versehentlich an eine bekannte Person: Bitte sie direkt um Rückzahlung. Twint empfiehlt, es zuerst mit der Funktion «Geld anfordern» zu versuchen.
- An Betrüger gezahlt: Melde dich sofort bei deiner Bank, wie es Twint rät. Wero weist darauf hin, dass Geld an Betrüger möglicherweise nicht zurückzuholen ist. Erstatte Anzeige bei der Polizei und sichere Screenshots, Telefonnummern und Zeitpunkte.
- Unerwarteter Geldeingang: Schicke nichts zurück, bevor deine Bank den Eingang geprüft hat.
- Handy verloren: Nutzt du Wero in der Banking-App, wende dich an deine Bank. Nutzt du die eigene Wero-App, kannst du über den Chat auf der Hilfeseite von Wero beantragen, dass Wero von deinem Gerät entfernt wird.
- Phishing in der Schweiz: Leite verdächtige Mails an abuse@twint.ch und reports@antiphishing.ch weiter. Phishing-Seiten kannst du laut Twint auch dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden.
Ausführliche Schritte für den Ernstfall stehen im Ratgeber Geld an Betrüger überwiesen: erste Schritte mit Bank und Polizei. Ob du einen Anspruch auf Erstattung hast, hängt vom Einzelfall ab. Dafür ist eine individuelle Beratung, etwa bei einer Verbraucherberatung, der richtige Weg.
Entscheidungsfragen: welcher Weg passt zu welcher Zahlung?
| Situation | Passender Weg | Darauf achten |
|---|---|---|
| Anteil an einer Rechnung unter Freunden | Wero (DE), Twint (CH), Echtzeitüberweisung (AT) oder PayPal «Freunde und Familie» | Name und Telefonnummer vor dem Senden vergleichen |
| Kauf bei einer unbekannten Privatperson | Zahlungsfunktion der Plattform oder PayPal-Zahlung mit Käuferschutz | kein «Freunde und Familie», keine Vorauszahlung unter Zeitdruck |
| Bezahlen im Onlineshop | Wero, Twint, Bizum oder PayPal, je nach Angebot des Shops | bei Wero läuft eine Erstattung über den Händler |
| Grösserer Betrag, etwa für eine Reise | Überweisung oder App mit ausreichendem Limit | Limits deiner Bank vorher kennen |
| Geld in ein anderes Land | ein Dienst, den beide Seiten haben | Gebühren bei Währungsumrechnung beachten |
- Kennst du die Person und kannst du sie notfalls anrufen?
- Brauchst du Schutz, falls die Ware nicht ankommt?
- Nutzt die Empfangsperson denselben Dienst im selben Land?
- Liegt der Betrag unter dem Limit deiner Bank und der App?
Häufige Fehler
- Eine Geldanfrage annehmen, weil die Gegenseite behauptet, so komme das Geld bei dir an.
- Beim Kauf von Unbekannten «Freunde und Familie» wählen, um Gebühren zu sparen: Dann fehlt der Käuferschutz.
- Unerwartet eingegangenes Geld sofort zurückschicken, statt zuerst die Bank zu fragen.
- SMS-Codes, PIN oder Login-Daten an einen angeblichen Support weitergeben.
- Einen Geldeingang auf einem Screenshot statt im eigenen Konto prüfen.
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Häufige Fragen
Kostet Wero etwas?
Wero selbst erhebt keine Gebühren für Wero-Zahlungen, und die Wero-App ist kostenlos. Deine Bank kann aber für einige Zahlungen Gebühren verlangen; das steht im Preisverzeichnis deines Kontos. Je nach Bank nutzt du Wero direkt in der Banking-App oder in der eigenen Wero-App, die du mit deinem Konto verbindest. Ob deine Bank mitmacht, zeigt die Liste der teilnehmenden Banken auf der Wero-Website.
Kann ich eine Zahlung per Wero, Twint oder Bizum zurückholen?
Eine bestätigte Onlinezahlung mit Wero lässt sich nicht stornieren; eine Erstattung läuft über den Händler. Auch Bizum-Zahlungen können laut Europäischem Verbraucherzentrum Spanien in der App nicht storniert werden. Hast du einer bekannten Person zu viel geschickt, bitte sie um Rückzahlung, bei Twint etwa mit «Geld anfordern». Bei Betrug kontaktierst du sofort deine Bank.
Gibt es Wero in der Schweiz oder in Österreich?
Nein, laut Anbieter ist Wero derzeit in Belgien, Deutschland und Frankreich verfügbar, und Luxemburg stellt von Payconiq auf Wero um. Später will Wero weitere europäische Länder erschliessen. In der Schweiz ist Twint verbreitet, das nach eigenen Angaben über 6 Millionen aktive Nutzende hat. In Österreich kannst du die Echtzeitüberweisung deiner Bank oder PayPal nutzen.
Ist PayPal «Freunde und Familie» für Kleinanzeigen sinnvoll?
Für Käufe bei Unbekannten eher nicht. PayPal schliesst persönliche Zahlungen über «Freunde und Familie» ausdrücklich vom Käuferschutz aus. Kommt die Ware nicht an, hilft dir dieses Programm dann nicht. Zahlst du dagegen für Waren mit Käuferschutz, kannst du ein Problem innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung melden. Bestehe darum bei einem Kauf auf einen Weg mit Käuferschutz.
Wie viel Geld kann ich mit Wero senden?
Innerhalb von sieben Tagen ab der ersten Zahlung oder Anfrage erlaubt Wero 100 Zahlungen und 100 Anfragen. Als Höchstbetrag zum Senden oder Bezahlen nennt die Wero-Hilfe 100 000 Euro. Zusätzlich kann deine Bank Standardlimits für alle Wero-Nutzenden und persönliche Limits je Kontomodell festlegen. Diese findest du auf der Website deiner Bank, oder du fragst beim Kundendienst nach.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Wero-Hilfe: Gibt es einen Höchstbetrag, den ich mit Wero senden kann?Quellenstand:
- Wero: Website mit Ländern und Funktionen (englisch)Quellenstand:
- TWINT: Geld senden und anfordernQuellenstand:
- TWINT: Aktuelle SicherheitsthemenQuellenstand:
- PayPal Deutschland: KäuferschutzQuellenstand:
- PayPal Deutschland: Gebühren (Stand 7. September 2026)Quellenstand:
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/886 über Echtzeitüberweisungen in EuroQuellenstand:
- Banco de España: Estafas por Bizum (spanisch)Quellenstand:



