Womit fängst du am besten an?
Bevor du etwas umstellst, frag nach dem Alltag: Was ist mühsam, was wird täglich gebraucht, was nie? Ändere nur, was die Person selbst als Problem nennt. Es bleibt ihr Handy.
Lass sie das Gerät halten und selbst tippen, während du erklärst. So kann sie jeden Schritt später allein wiederholen. Notiere jede Änderung auf einem Zettel. Wie du ein solches Treffen planst, beschreibt Einen Termin für digitale Hilfe gut vorbereiten.
| Was stört | iPhone | Android |
|---|---|---|
| Schrift zu klein | «Textgrösse», bei Bedarf «Grösserer Text» | «Schriftgrösse», bis 200 Prozent |
| Symbole und Tasten zu klein | «Unterstützender Zugriff», Darstellung «Raster» | «Anzeigegrösse» |
| Zu viele Apps auf dem Startbildschirm | «Vom Home-Bildschirm entfernen» | Symbol auf «Entfernen» ziehen |
| Wichtige Personen schwer zu finden | Favoritenliste in der App «Telefon» | «Zu Favoriten hinzufügen» in «Kontakte» |
| Im Notfall fehlen Angaben | «Notfallpass» in der Health-App | App «Sicherheit» |
Wie wird die Schrift grösser?
Auf dem iPhone gibt es zwei Stufen: die normale Textgrösse und, in den Bedienungshilfen, «Grösserer Text». Laut Apple übernehmen Apps mit dynamischem Text die Einstellung, etwa Mail, Kontakte, Kalender, Telefon und Notizen.
iPhone: Schrift vergrössern
- Öffne Einstellungen › Anzeige & Helligkeit › Textgrösse.
- Stelle die gewünschte Grösse mit dem Regler ein.
- Reicht das nicht: Öffne Einstellungen › Bedienungshilfen › Anzeige & Textgrösse, tippe auf «Grösserer Text» und stelle den Regler ein.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Auf Android stellst du Schrift- und Anzeigegrösse getrennt ein; die Anzeigegrösse vergrössert auch Symbole und Tasten. Laut Google sind bis zu 200 Prozent möglich, aber nicht alle Apps übernehmen die Einstellung.
Android: Schrift und Anzeige vergrössern
- Öffne die Einstellungen-App, wähle «Schriftgrösse» und stelle die Grösse mit dem Schieberegler ein.
- Wähle «Anzeigegrösse», wenn auch Symbole und Tasten grösser werden sollen.
- Für kräftigere Buchstaben: Bedienungshilfen › Anzeigegrösse und Text › «Fettdruck».
- Mit «Einstellungen zurücksetzen» kehrst du zum Ausgangszustand zurück.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Tipp: Teste die Grösse mit einer echten Nachricht. Laut Apple erschwert sehr grosser Text das Antippen von Tasten; Lesen und Tippen sollen beide klappen.
Wie wird der Startbildschirm übersichtlicher?
Weniger Symbole bedeuten weniger Suchen, und gelöscht werden muss dafür nichts. Auf dem iPhone wandern selten genutzte Apps in die App-Mediathek und bleiben dort erreichbar. Ganze Seiten lassen sich ausblenden, und neue Apps können direkt in der App-Mediathek landen.
iPhone: Apps vom Home-Bildschirm nehmen
- Halte die App auf dem Home-Bildschirm gedrückt.
- Tippe auf «App entfernen» und dann auf «Vom Home-Bildschirm entfernen».
- Seite ausblenden: Halte einen leeren Bereich gedrückt, tippe auf die Punkte unten, dann auf den Kreis unter der Seite und auf «Fertig».
- Für neue Apps: Einstellungen › Home-Bildschirm & App-Mediathek › «Nur App-Mediathek».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Auf Android ziehst du ein Symbol auf «Entfernen». Erscheint zusätzlich «Deinstallieren», löscht diese Option die App vom Gerät. Laut Google funktionieren einige dieser Schritte erst ab Android 14. Je nach Hersteller können die Bezeichnungen auf dem Gerät abweichen.
Android: Symbole vom Startbildschirm entfernen
- Halte das Symbol auf dem Startbildschirm gedrückt.
- Zieh es nach oben auf «Entfernen» und lass los.
- Wähle nicht «Deinstallieren», wenn die App auf dem Handy bleiben soll.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Wann passt der vereinfachte Modus auf dem iPhone?
Ist selbst ein aufgeräumter Startbildschirm zu viel, bietet das iPhone den «Unterstützenden Zugriff». Er zeigt nur ausgewählte Apps mit grossen Elementen, etwa angepasste Versionen der Apps «Anrufe», «Kamera», «Nachrichten» und «Fotos». «Zeilen» zeigt eine Liste, «Raster» grössere Elemente mit Bildern.
Laut Apple gelingt die Einrichtung am einfachsten mit einer vertrauenswürdigen Bezugsperson. Der angemeldete Apple Account muss der Person gehören, die das iPhone nutzt. Ein eigener Code schützt Starten, Beenden und Ändern.
iPhone: Unterstützenden Zugriff einrichten
- Öffne Einstellungen › Bedienungshilfen › Unterstützender Zugriff.
- Tippe auf «Unterstützenden Zugriff einrichten» und dann auf «Fortfahren».
- Prüft gemeinsam, ob der angemeldete Apple Account der Person gehört.
- Wähle die Darstellung «Zeilen» oder «Raster» und füge dann die Apps hinzu.
- Lege den Code fest und erstelle einen «Apple Account für die Wiederherstellung».
- Starte mit «Unterstützenden Zugriff jetzt verwenden». Zum Beenden Seitentaste oder Home-Taste dreimal drücken, «Unterstützenden Zugriff beenden» tippen und den Code eingeben.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Tipp: Richte den Apple Account für die Wiederherstellung gleich mit ein. Ohne ihn muss das iPhone laut Apple zurückgesetzt werden, wenn der Code vergessen wird.
Ob der Modus passt, entscheidet die Person selbst. Stört nur die kleine Schrift, genügen die Einstellungen oben.
Wie sind die wichtigsten Menschen schnell erreichbar?
Legt gemeinsam fest, wer ganz oben stehen soll, etwa die Kinder und die Hausarztpraxis. Schreibt Namen so, wie die Person sie ausspricht: «Sabine Tochter» statt «S. M.».
Auf Android markierst du diese Personen in der App «Kontakte» als Favoriten; sie stehen dann oben in der Liste. Ein Foto hilft beim Wiedererkennen. Auf dem iPhone hat die App «Telefon» eine Favoritenliste, ein Tipp auf einen Eintrag startet den Anruf.
Android: Favoriten in der App «Kontakte»
- Öffne die App «Kontakte» und tippe auf den Kontakt.
- Tippe oben auf «Zu Favoriten hinzufügen».
- Foto ergänzen: Tippe oben rechts auf «Bearbeiten», dann auf das Foto, wähle eine Option und tippe auf «Speichern».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Ist das Handy einmal nicht zur Hand, hilft eine Liste auf Papier. Wie sie aussehen kann, zeigt Eine Kontaktkarte auf Papier: Hilfe auch ohne das eigene Handy finden.
Was gehört in die Notfallangaben?
Beide Systeme speichern Notfallkontakte und medizinische Angaben für Helfende. Auf dem iPhone heisst das «Notfallpass». Ist «Während eines Notrufs teilen» aktiv, gibt das iPhone ihn laut Apple automatisch an den Rettungsdienst weiter, wenn die Person dort anruft oder schreibt. Diese Weitergabe gibt es laut Apple nicht in allen Ländern.
iPhone: Notfallpass und Notfallkontakte
- Öffne die Health-App, tippe auf den Tab «Übersicht» und oben auf das Profilbild.
- Wähle «Notfallpass».
- Aktiviere «Im Sperrzustand zeigen» und «Während eines Notrufs teilen», wenn die Person das möchte.
- Tippe neben «Notfallkontakte» auf «Bearbeiten», dann auf die Plus-Taste, wähle einen Kontakt und gib die Beziehung an.
- Tippe auf «Fertig».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Auf Android liegen die Angaben in der App «Sicherheit», die es laut Google nicht auf allen Geräten gibt. Google warnt: Freigegebene Notfallinformationen sieht, wer das Handy in die Hand nimmt, auch ohne Entsperren.
Android: Notfallinformationen in der App «Sicherheit»
- Öffne die App «Sicherheit», melde dich mit dem Google-Konto an und tippe auf «Meine Infos».
- Tippe auf «Notfallkontakte», dann auf «Kontakt hinzufügen» und wähle den Kontakt.
- Unter «Medizinische Daten» trägst du nur ein, was die Person teilen möchte.
- Für die Anzeige bei gesperrtem Handy: «Zugriff auf Notfallinformationen» › «Anzeigen, wenn gesperrt».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Bei Medikamenten, Allergien oder Vorerkrankungen entscheidet allein die Person, was sichtbar sein soll. Welche Angaben medizinisch sinnvoll sind, klärt sie am besten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Was der Sperrbildschirm sonst zeigt, prüfst du mit Handy gesperrt, Nachricht sichtbar: den Sperrbildschirm prüfen.
Tipp: Auf Android ab Version 12 lässt sich laut Google unter Einstellungen › Sicherheit und Notfälle › «Notfall-SOS» einrichten, dass mindestens fünfmaliges Drücken der Ein-/Aus-Taste Notfallaktionen startet, etwa einen Notruf oder das Teilen des Standorts mit Notfallkontakten.
Wo gibt es Hilfe beim Üben?
Übt nach dem Einrichten gemeinsam: anrufen, eine Nachricht lesen, einen Favoriten wählen. Apple weist darauf hin, dass Helfende beim Einrichten den Gerätecode oder das Passwort des Apple Accounts brauchen können. Besser tippt die Person beides selbst ein, siehe Digital helfen, ohne fremde Passwörter zu sammeln.
| Land | Hilfe beim Lernen | Notruf |
|---|---|---|
| Deutschland | Digital-Kompass von BAGSO und Deutschland sicher im Netz, gefördert vom Bundesjustizministerium: über 300 lokale Standorte | 112, kostenlos |
| Österreich | «Digital Überall»: kostenlose Workshops für digitale Einsteigerinnen und Einsteiger, auch in Gemeinden; neue Workshops laut Anbieter ab Herbst 2026 | 112, kostenlos |
| Schweiz | Pro Senectute: Kurse zu Smartphone, Tablet und Apps, Kontakt in der Nähe über die Kantonsauswahl, Infoline 058 591 15 15 | 112 wird auch hier genutzt |
Die Notrufnummer 112 ist laut EU-Kommission überall in der EU kostenlos vom Festnetz und Handy erreichbar. Die Schweiz ist nicht in der EU, verwendet 112 laut Kommission aber ebenfalls.
Ein Beispiel: Reto und seine Mutter am Küchentisch
Fiktives Beispiel: Reto aus Luzern besucht seine Mutter Margrit. Sie hat ein Android-Handy und sagt: «Die Schrift ist winzig, und deine Nummer finde ich nie.» Reto notiert die beiden Punkte, bevor er das Handy anfasst.
Margrit hält das Gerät, Reto erklärt. Sie stellt die Schriftgrösse ein und liest dabei eine Nachricht ihrer Enkelin. Fünf Apps, die sie nie öffnet, zieht sie auf «Entfernen»; «Deinstallieren» lässt sie bewusst liegen. Reto, seine Schwester und die Hausarztpraxis werden Favoriten.
In den Notfallinformationen stehen nun ihre beiden Kinder. Ihre Medikamente will Margrit nicht auf dem Sperrbildschirm zeigen, also bleiben sie weg. Eine Woche später ruft Reto an und fragt, was klappt. Die Schrift darf noch eine Stufe grösser sein.
Häufige Fehler
- Alles an einem Nachmittag umstellen, sodass die Person ihr eigenes Handy nicht mehr wiedererkennt.
- Auf Android «Deinstallieren» statt «Entfernen» antippen: Dann ist die App vom Gerät gelöscht, nicht nur vom Startbildschirm.
- Die Schrift so gross stellen, dass Tasten in Apps kaum noch zu treffen sind.
- Den Unterstützenden Zugriff ohne Apple Account für die Wiederherstellung einrichten und den Code danach vergessen.
- Medizinische Angaben auf dem Sperrbildschirm freigeben, ohne zu besprechen, dass sie dann jede Person sehen kann.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Gibt es auf dem iPhone einen Seniorenmodus?
Apple nennt keine Funktion so. Für eine stark vereinfachte Oberfläche gibt es in den Bedienungshilfen den «Unterstützenden Zugriff». Er zeigt nur ausgewählte Apps mit grossen Elementen, als Liste oder als Raster. Zum Starten, Beenden und Ändern braucht es einen eigenen Code. Stört nur die kleine Schrift, genügen die Einstellungen für die Textgrösse und ein aufgeräumter Home-Bildschirm.
Kann jede Person meine Notfallinformationen sehen?
Das hängt von deiner Einstellung ab. Auf Android sind freigegebene Notfallinformationen laut Google für alle sichtbar, die das Handy in die Hand nehmen, auch ohne Entsperren. Auf dem iPhone macht «Im Sperrzustand zeigen» den Notfallpass für Helfende zugänglich. Trag deshalb nur ein, was du teilen willst. Die Freigabe lässt sich in beiden Systemen wieder ausschalten.
Brauche ich den Code oder das Passwort meiner Mutter?
Für einige Schritte schon. Apple schreibt, dass Helfende beim Einrichten des Unterstützenden Zugriffs den Gerätecode oder das Passwort des Apple Accounts brauchen können. Am besten tippt deine Mutter beides selbst ein, während du daneben sitzt. Speichere ihre Zugangsdaten nicht auf deinem eigenen Handy. Sie entscheidet, wem sie diese anvertraut.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Apple Support: Schriftgrösse auf dem iPhone, iPad und iPod touch ändernQuellenstand:
- Apple Support: «Unterstützender Zugriff» auf dem iPhone einrichtenQuellenstand:
- Apple Support: Deinen Notfallpass in der Health-App auf dem iPhone einrichtenQuellenstand:
- Apple Support: Anrufe tätigen auf dem iPhoneQuellenstand:
- Google: Text- und Anzeigeeinstellungen ändern (Bedienungshilfen für Android)Quellenstand:
- Google: Im Notfall mit dem Android-Smartphone Hilfe anfordernQuellenstand:
- Europäische Kommission: 112, die Notrufnummer der EUQuellenstand:
- BAGSO und Deutschland sicher im Netz: Digital-KompassQuellenstand:
- Digital Austria: Digital Überall, kostenlose WorkshopsQuellenstand:
- Pro Senectute Schweiz: DigitalisierungQuellenstand:



