Familie und digitale Unterstützung

Familienfreigabe einrichten: Käufe, Speicher und Abos teilen

Mit der Familienfreigabe von Apple oder der Familiengruppe von Google nutzt ihr gekaufte Apps, Speicherplatz und manche Abos gemeinsam, ohne Passwörter zu teilen. Dafür bezahlt meist eine erwachsene Person für alle. Hier richtest du beides ein, schaltest Kaufanfragen für Kinder ein und behältst die Kosten im Blick.

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Vier Smartphones in verschiedenen Grössen liegen im Kreis auf einem Esstisch, Hände von Erwachsenen und Kindern greifen danach.
KI-generiertes Bild; kein realer Vorfall und keine echte Benutzeroberfläche.
Für wen
Eltern und Familien mit iPhone, iPad oder Android-Geräten
Zeitbedarf
30 Minuten
Schwierigkeit
leicht
Du brauchst
Eigenes Konto als erwachsene Person, Zahlungsmethode, Geräte der Familie
Gilt für
DE, AT, CH; iPhone/iPad und Android

Das Wichtigste zuerst

  • Als erwachsene Person gründest du bei Apple eine Familienfreigabe oder bei Google eine Familiengruppe und lädst bis zu fünf weitere Personen ein.
  • Schalte für Kinder die Kaufanfrage (Apple) oder die Kaufgenehmigungen (Google) ein, denn ihre Käufe können über deine Zahlungsmethode laufen.
  • Sieh die Belege regelmässig durch.

Was kann eine Familie teilen und was nicht?

Bei Apple heisst die Funktion Familienfreigabe, bei Google Familiengruppe. In beiden Fällen behält jede Person ihr eigenes Konto. Eine erwachsene Person gründet die Gruppe, lädt die anderen ein und hinterlegt die Zahlungsmethode für gemeinsame Käufe.

Apple und Google im Vergleich (Stand: 18. Oktober 2026)
FrageApple: FamilienfreigabeGoogle: Familiengruppe
Wie viele Personen?Du und bis zu fünf FamilienmitgliederBis zu sechs Personen, du eingeschlossen
Wer leitet?Erwachsener Organisator, dazu ErziehungsberechtigteVolljähriger Familienadministrator
Wechseln?Eine Gruppe, Wechsel einmal pro JahrEine Gruppe, Wechsel alle 12 Monate
Käufe teilenKauffreigabe: Apps, Musik, Bücher und mehrFamilienmediathek: Apps, Spiele, Filme, Serien, Bücher; keine In-App-Käufe
SpeicherEin iCloud+-Plan, bis 12 TBEin Google One-Abo
KinderkäufeKaufanfrageKaufgenehmigungen

Geteilter Speicher heisst nicht geteilte Dateien. Laut Apple bleiben Fotos und Dokumente privat, weil jede Person ihren eigenen Apple Account nutzt. Bei Google One sehen die anderen nur, wie viel gemeinsamen Speicher jede Person belegt.

Wie richtest du die Familienfreigabe auf iPhone und iPad ein?

Die Gruppe gründest du am eigenen Gerät. Der Organisator muss erwachsen sein; Apple kann eine Bestätigung des Alters verlangen.

iPhone/iPad: Familienfreigabe einrichten

  1. Öffne die App Einstellungen und tippe auf deinen Namen.
  2. Tippe auf Familie › Weiter und folge den Anweisungen.
  3. Weitere Personen: Einstellungen › Familie › Mitglied hinzufügen › Andere einladen. Für ein Kind ohne Account tippst du auf Kinderaccount erstellen.
  4. Zweite erwachsene Person: Familie › Name des Mitglieds › Als Erziehungsberechtigten festlegen.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Erziehungsberechtigte können ebenfalls auf Kaufanfragen reagieren. So muss nicht eine Person allein alles beantworten.

Kauffreigabe einschalten

Mit der Kauffreigabe stehen Käufe allen zur Verfügung, und die Standardzahlungsmethode des Organisators wird zur Zahlungsmethode der Familie.

iPhone/iPad des Organisators: Kauffreigabe

  1. Öffne die App Einstellungen und tippe auf Familie › Kauffreigabe.
  2. Tippe auf Aktivieren.
  3. Tippe erneut auf Kauffreigabe und prüfe die Angaben unter Zahlungsmethoden.
  4. Zum Beenden: Familie › Kauffreigabe › Kauffreigabe beenden › Freigabe beenden.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Solange die Kauffreigabe aktiv ist, bezahlt der Organisator die Käufe aller; erwachsene Mitglieder können eine eigene Zahlungsmethode nutzen. Guthaben auf dem Apple Account eines Mitglieds wird zuerst belastet, den Rest bezahlt der Organisator.

Wie erstellst du eine Familiengruppe bei Google?

Bei Google legst du die Gruppe auch im Browser an. Der Administrator muss volljährig sein, und alle müssen dieselbe Google Play-Landesversion nutzen.

Browser: Familiengruppe erstellen

  1. Melde dich in deinem Google-Konto an und rufe g.co/yourfamily auf.
  2. Wähle Familiengruppe erstellen › Jetzt starten.
  3. Wähle unter «Möchten Sie Administrator der Familiengruppe sein?» die Option Bestätigen.
  4. Gib die Namen der Familienmitglieder ein und wähle Senden.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Gekaufte Inhalte teilst du über die Familienmediathek. Der Administrator braucht dafür eine gültige Kredit- oder Debitkarte als Familienzahlungsmethode, und alle müssen im selben Land wohnen. In-App-Käufe und kostenlose Apps lassen sich nicht teilen.

Google Play App: Familienmediathek

  1. Tippe rechts oben auf dein Profilsymbol.
  2. Tippe auf Einstellungen › Familie › Für die Familienmediathek registrieren und folge der Anleitung.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Mit der Familienzahlungsmethode können Mitglieder Apps, Bücher, Filme, Spiele und Serien kaufen, aber keine Abos und kein Google Play-Guthaben. Der Administrator ist für diese Käufe verantwortlich und bekommt zu jedem einen Beleg per E-Mail.

Wie schaltest du Kaufanfragen für Kinder ein?

Möchte ein Kind etwas laden oder kaufen, landet die Anfrage bei dir, und du entscheidest. Bei Apple bestätigst du einen genehmigten Kauf mit deinem Apple Account oder Face ID.

iPhone/iPad: Kaufanfrage

  1. Öffne die App Einstellungen und tippe auf Familie.
  2. Tippe auf den Namen deines Kindes.
  3. Tippe auf Apps & Websites › Beschränkungen.
  4. Tippe auf Kaufanfrage und aktiviere Genehmigung für Käufe verlangen.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Je nach Land oder Region ist die Kaufanfrage schon eingeschaltet und lässt sich unter 18 Jahren nicht ausschalten. Genehmigst du nicht innerhalb von 24 Stunden, muss das Kind neu fragen. Keine Anfrage entsteht, wenn es einen eigenen Kauf erneut lädt, ein Update installiert oder einen Einlösecode nutzt.

Google Play App: Kaufgenehmigungen

  1. Tippe rechts oben auf dein Profilbild.
  2. Tippe auf Einstellungen › Familie › Familienmitglieder verwalten.
  3. Wähle ein Familienmitglied und tippe auf Kaufgenehmigungen.
  4. Wähle Alle Inhalte, Alle Käufe, die mit der Familienzahlungsmethode bezahlt werden, Nur In-App-Käufe oder Keine Genehmigung erforderlich.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Die Kaufgenehmigungen gelten nur für Käufe über das Abrechnungssystem von Google Play, nicht für Play Bücher, Google TV und Abos ohne Prepaid-Tarif. Bildschirmzeit und Altersfreigaben behandelt der Ratgeber Das erste Smartphone fürs Kind: Alter, Abmachungen, Einstellungen.

Speicher und Abos teilen: was bleibt privat?

Teilst du einen iCloud+-Plan, kommen Mitglieder mit dem kostenlosen 5-GB-Plan automatisch dazu. Wer schon einen bezahlten Plan hat, wechselt mit Rückerstattung für den Rest oder behält seinen eigenen; beides zugleich geht nicht.

iPhone/iPad: iCloud+ teilen

  1. Öffne die App Einstellungen und tippe auf Familie.
  2. Tippe auf Abonnements › iCloud+ und befolge die Schritte, um deinen vorhandenen Plan zu teilen.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Android: Google One teilen

  1. Öffne die Google One App und tippe oben auf das Menü › Einstellungen › Familieneinstellungen verwalten.
  2. Tippe auf Abo jetzt teilen › Familienmitglieder einladen › Bestätigen.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Bei Google One nutzt ein Mitglied mit eigenem Abo zuerst seinen eigenen Speicher, kann sein Abo dann aber nicht hoch- oder herabstufen. Bei Apple bleiben Abos wie iCloud+ und Apple TV teilbar, auch ohne Kauffreigabe. Eure Abos hältst du am besten in einer Liste fest, wie in Digitale Abos überblicken, ohne Kontodaten zu sammeln beschrieben.

Tipp: Verlässt jemand die Gruppe und belegt mehr als 5 GB in iCloud, braucht er einen eigenen Plan, sonst werden keine neuen Fotos mehr hochgeladen und das iPhone sichert sich nicht mehr.

Ungewollter Kauf: wie bekommst du das Geld zurück?

Apple: Rückerstattung anfordern

  1. Melde dich bei reportaproblem.apple.com an.
  2. Bist du Organisator und ist der Beleg für ein Familienmitglied: Tippe oder klicke auf die Apple Account-Taste und wähle Alle.
  3. Tippe oder klicke auf Ich möchte und wähle Eine Rückerstattung beantragen.
  4. Wähle den Grund, dann Weiter; wähle den Artikel, dann Senden.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Bei Google Play beantragst du die Erstattung über die Google Play-Hilfe. Hat ein Familienmitglied versehentlich über dein Konto gekauft, rät Google zu einem Erstattungsantrag. Eine Belastung, die du nicht zuordnen kannst, meldest du innerhalb von 120 Tagen als nicht autorisiert. Hast du Kontodaten weitergegeben, kann Google in der Regel nicht erstatten.

Das Widerrufsrecht hilft selten. Online geschlossene Verträge kannst du in der EU zwar innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Laut dem EU-Portal Your Europe gilt das aber nicht für digitale Inhalte, die du nach ausdrücklicher Zustimmung schon heruntergeladen oder gestreamt hast.

Was gilt, wenn ein Kind ohne Erlaubnis kauft?

Länderbox: Käufe von Kindern (Stand: 18. Oktober 2026)
LandGrundregelBesonderheit
DeutschlandUnter 7 Jahren geschäftsunfähig (§ 104 BGB), von 7 bis 17 beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB): Käufe brauchen die Zustimmung der ElternTaschengeldparagraf (§ 110 BGB) nur bei vollständiger Bezahlung mit überlassenem Geld, nicht für Abos
Österreich7 bis 14 Jahre: ohne Zustimmung nur Taschengeldgeschäfte; Internetkäufe brauchen in der Regel die Zustimmung eines Elternteils (§§ 168, 170 ABGB)Ab 14 dürfen Jugendliche Taschengeld oder Einkommen selbst einteilen, solange ihre Lebensbedürfnisse nicht gefährdet sind
SchweizEU-Recht gilt nicht automatisch; massgeblich ist Schweizer RechtBei Streit hilft eine Konsumentenschutz-Organisation oder Rechtsberatung

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, schnell zu reagieren: Wussten die Eltern nichts vom Kauf, besteht nach ihrer Einschätzung keine Zahlungspflicht. Wer ungewollte Käufe aber lange unbeanstandet lässt, erweckt den Eindruck, sie zu dulden. Laut Europäischem Verbraucherzentrum ist die Erlaubnis, das Handy zu nutzen, noch keine Zustimmung zu In-App-Käufen. Die Tabelle ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Ein Beispiel: Miriam ordnet die Käufe ihrer Familie

Fiktives Beispiel: Miriam aus Linz hat ein iPhone, ihre Tochter Lea (9) ein iPad, ihr Sohn Noah (14) ein Android-Handy. Bisher lud Lea Spiele über Miriams Account. Miriam gründet die Familienfreigabe, legt für Lea einen Kinderaccount an und prüft die Kaufanfrage. Ihren Partner Jan macht sie zum Erziehungsberechtigten, damit auch er Anfragen beantwortet.

Für Noah erstellt sie eine Google-Familiengruppe mit Kaufgenehmigung für alle Inhalte. Als Noah Spielwährung kaufen möchte, kommt die Anfrage zu Miriam. Sie einigen sich auf einen festen Monatsbetrag und sehen die Belege seither monatlich gemeinsam durch, zusammen mit dem Familien-Digitalcheck.

Häufige Fehler

  • Die Kauffreigabe einschalten, ohne die Kaufanfrage für jedes Kind zu prüfen.
  • Dem Kind das eigene Passwort verraten. Besser hilfst du, wie in Digital helfen, ohne fremde Passwörter zu sammeln beschrieben.
  • Erwarten, dass In-App-Käufe über die Google-Familienmediathek mit der Familie geteilt werden.
  • Geteilten Speicher für ein gemeinsames Fotoarchiv halten: Die Dateien bleiben privat.
  • Ungewollte Abbuchungen wochenlang liegen lassen, statt sie sofort zu melden.

Deine Checkliste

Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.

Häufige Fragen

Funktioniert das, wenn wir iPhone und Android gemischt nutzen?

Ja, aber getrennt. Die Familienfreigabe gehört zu den Apple Accounts, die Familiengruppe zu den Google-Konten. In gemischten Familien richtest du beides ein. Käufe, Speicher und Kaufkontrolle laufen dann je System getrennt. Prüfe deshalb in beiden Gruppen, ob für jedes Kind eine Kaufkontrolle eingeschaltet ist.

Sehen die anderen meine Fotos, wenn wir Speicher teilen?

Nein. Laut Apple bleiben bei einem geteilten iCloud+-Plan Fotos, Dokumente und andere Informationen privat. Bei Google One kann niemand ohne deine Erlaubnis auf deine Dateien zugreifen; die anderen sehen nur, wie viel Speicher jede Person belegt. Gemeinsame Alben oder Ordner gibst du separat frei.

Wer bezahlt, wenn mein Kind etwas kauft?

Bei Apple bezahlt bei aktiver Kauffreigabe der Organisator; Guthaben des Kindes wird zuerst verwendet. Bei Google ist der Administrator für alle Käufe verantwortlich, die Mitglieder mit der Familienzahlungsmethode bezahlen, und erhält jeweils einen Beleg per E-Mail. Abos lassen sich bei Google so nicht bezahlen.

Kann ich in eine andere Familiengruppe wechseln?

Nur eingeschränkt. Du gehörst bei Apple und bei Google immer zu genau einer Gruppe. Apple erlaubt einen Wechsel einmal pro Jahr, Google alle 12 Monate. Überlegt deshalb vor dem Beitritt, wer die Gruppe leitet. Ein Kinderaccount bei Apple muss je nach Alter und Region unter Umständen bis 18 mit der Gruppe verbunden bleiben.

Mein Kind hat ohne Erlaubnis gekauft. Was jetzt?

Reagiere schnell und beantrage bei Apple oder Google Play eine Rückerstattung. Sprich danach mit dem Kind und schalte die Kaufkontrolle ein. Lehnt der Anbieter ab, hilft eine Verbraucherzentrale oder Konsumentenschutz-Organisation weiter. Ob du zahlen musst, hängt vom Einzelfall und vom Recht deines Landes ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.

  1. Apple Support: So richtest du die Familienfreigabe auf dem iPhone oder iPad einQuellenstand:
  2. Apple Support: Apps und Käufe mit der Familienfreigabe teilenQuellenstand:
  3. Apple Support: Eine Rückerstattung für Apps oder Inhalte anfordernQuellenstand:
  4. Google für Familien-Hilfe: Familiengruppe bei Google erstellenQuellenstand:
  5. Google Play-Hilfe: Familienzahlungsmethode bei Google Play einrichtenQuellenstand:
  6. Google Play-Hilfe: Informationen zu den Erstattungsrichtlinien von Google PlayQuellenstand:
  7. Verbraucherzentrale Niedersachsen: Unschöne Bescherung durch In-App-Käufe?Quellenstand:
  8. Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Verträge mit MinderjährigenQuellenstand:
  9. oesterreich.gv.at: Minderjährige beim Online-ShoppingQuellenstand:
  10. Your Europe (EU): Rückgaben und WiderrufsrechtQuellenstand: