Seniorenhandy, Smartphone, Tablet: Was unterscheidet die drei?
Ein Seniorenhandy ist ein einfaches Mobiltelefon. Die Verbraucherzentrale nennt als typische Merkmale grosse Tasten, einen lauten Klingelton und eine einfache Bedienung. Dazu kommen laut Verbraucherzentrale ein Notrufknopf und eine gute Verträglichkeit mit Hörgeräten.
Ein Smartphone telefoniert, verschickt Nachrichten, macht Fotos und nutzt Apps. Die Verbraucherzentrale nennt Smartphones und Tablets mit kontrastreichem Display und selbsterklärenden Apps als Alternative zum Seniorenhandy. Ein Tablet bietet dieselben Möglichkeiten auf einem grösseren Bildschirm. Ausserhalb des WLANs ist es nur online, wenn es eine SIM-Karte für das Mobilfunknetz hat.
| Kriterium | Seniorenhandy | Smartphone | Tablet |
|---|---|---|---|
| Bedienung | Spürbare Tasten, wenige Funktionen, einfache Menüs | Touchscreen, viele Funktionen, lässt sich vereinfachen | Touchscreen, mehr Platz für die Finger |
| Lesen und Sehen | Grosse Tasten; Lesbarkeit des Displays im Laden prüfen | Schriftgrösse und Kontrast einstellbar | Grösster Bildschirm, dieselben Einstellungen |
| Hören | Lauter Klingelton; laut Verbraucherzentrale gut mit Hörgeräten verträglich | Lautstärke einstellbar; Kopplung mit dem Hörgerät beim Hörakustiker klären | Meist über Lautsprecher, etwa bei Video-Anrufen |
| Notruf | Notruftaste am Gerät | Notfall-SOS über die Ein/Aus-Taste (Android ab Version 12), SOS-Funktion beim iPhone | Ohne Mobilfunkverbindung kein Notfalltelefon für unterwegs |
| Fotos, Video-Anrufe, Apps | Kaum oder gar nicht | Ja | Ja, auf grossem Bildschirm |
| Hilfe im Umfeld | Wenig Einarbeitung nötig | Leichter, wenn Helfende dasselbe System kennen | Leichter, wenn Helfende dasselbe System kennen |
Tipp: Nimm zum Ausprobieren im Laden die eigene Lesebrille und, falls vorhanden, das Hörgerät mit.
Welche Fragen führen zur richtigen Wahl?
Beantwortet diese Fragen gemeinsam und schreibt die Antworten auf. Entscheidend ist, was die Person selbst möchte, nicht, was Angehörige praktisch fänden.
- Wofür soll das Gerät da sein? Nur telefonieren und erreichbar sein, oder auch Fotos ansehen, Nachrichten schreiben und Video-Anrufe führen?
- Wie gut sind Augen und Ohren? Liest die Person kleine Schrift noch sicher, oder braucht sie grosse Tasten und starke Kontraste? Trägt sie ein Hörgerät?
- Wie sicher sind die Finger? Wem Tippen und Wischen auf Glas schwerfällt, kommt mit spürbaren Tasten oft besser zurecht.
- Muss das Gerät unterwegs funktionieren? Für Spaziergänge, Arzttermine und den Notfall braucht es ein Telefon mit SIM-Karte, das in die Tasche passt.
- Wer hilft? Gibt es jemanden in der Nähe, der beim Einrichten, bei Updates und bei Fragen unterstützt, und welches System kennt diese Person?
- Was ist vertraut? Wer schon ein Smartphone hatte, findet sich in einem neueren Modell desselben Systems meist schneller zurecht.
Steht Telefonieren im Vordergrund und fehlt Hilfe in der Nähe, passt ein Seniorenhandy. Sollen Fotos, Familiengruppen und Video-Anrufe dazukommen, ist ein Smartphone die naheliegende Wahl. Ein Tablet eignet sich für zu Hause, besonders bei schwächeren Augen und für Video-Anrufe, ersetzt aber kein Telefon für unterwegs. Manche Menschen nutzen deshalb beides: ein einfaches Handy für die Tasche und ein Tablet fürs Sofa.
Tipp: Ein neues Gerät muss nicht am ersten Tag alles können. Beginnt mit zwei oder drei Aufgaben und nehmt weitere erst dazu, wenn diese sicher sitzen.
Was leistet eine Notruftaste und was nicht?
Bei Seniorenhandys arbeitet jede Notruftaste etwas anders. Lies in der Anleitung nach, wen die Taste anruft, ob sie zusätzlich eine Nachricht verschickt und wie du die Kontakte änderst. Trag nur Menschen ein, die gut erreichbar sind und zugestimmt haben. Teste die Taste gemeinsam und kündige den Testanruf vorher an.
Bei Android-Smartphones heisst die Notruffunktion laut Google-Hilfe «Notfall-SOS» und ist ab Android 12 verfügbar. Du löst sie aus, indem du mindestens fünfmal die Ein/Aus-Taste drückst. Danach kann das Telefon den Notruf wählen und deinen Standort an Notfallkontakte senden. Im Flugmodus und im Energiesparmodus ist Notfall-SOS nicht verfügbar. Für das iPhone beschreibt Apple im iPhone-Benutzerhandbuch, wie du mit SOS die Rettungsdienste kontaktierst.
Android: Notfall-SOS einrichten (ab Android 12)
- Öffne Einstellungen › Sicherheit und Notfälle › Notfall-SOS und tippe auf «Jetzt einrichten».
- Prüfe die Notrufnummer mit «Starten». Stimmt sie nicht, wähle «Nummer ändern», danach «Weiter».
- Lege Notfallkontakte fest: «Jetzt einrichten», dann «Einrichten» und «Kontakt hinzufügen».
- Erlaube den Standortzugriff mit «Bei Nutzung der App», damit deine Kontakte den Standort erhalten.
- Wähle, wie die Aktionen starten: «Zum Starten von Aktionen berühren und halten» oder «Aktionen sofort nach dem Countdown starten». Schliesse mit «Fertig» ab.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Je nach Hersteller können die Menünamen abweichen. Findest du den Eintrag nicht, hilft die offizielle Hilfeseite des Geräteherstellers.
Notruftaste ist nicht Hausnotruf
Eine Notruftaste am Handy ersetzt keinen Hausnotruf. Dort verbindet ein kleiner Funksender, etwa am Armband, per Knopfdruck mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale, bei der Adresse, Kontaktpersonen und Gesundheitsangaben hinterlegt sind. In Deutschland übernimmt die Pflegekasse laut Verbraucherzentrale unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten des Basistarifs; unter anderem muss ein Pflegegrad vorliegen. Seit dem 1. April 2026 sind das 27 Euro im Monat. In Österreich und der Schweiz fragst du bei der Gemeinde oder einer Beratungsstelle nach, welche Notrufdienste es in der Nähe gibt.
Den Notruf 112 erreichst du laut EU-Kommission überall in der EU kostenlos, vom Festnetz wie vom Handy. Auch in der Schweiz wird die 112 genutzt. Weiss die anrufende Person nicht, wo sie ist, ermittelt die Notrufzentrale den Standort.
Funktioniert das Gerät auch in ein paar Jahren noch?
Alte Mobilfunknetze werden schrittweise abgeschaltet. Laut Verbraucherzentrale funktionieren Geräte, die nur 2G beherrschen, nach der Abschaltung nicht mehr: Telefonieren und SMS sind dann nicht möglich. Betroffen sind vor allem ältere Geräte ohne LTE und ohne VoLTE, also ohne Telefonie über das 4G-Netz. Frag auch beim Kauf eines neuen Seniorenhandys ausdrücklich nach 4G und VoLTE im Netz deines Anbieters.
| Land | Stand laut offizieller Stelle | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Deutschland | 2G: Die Telekom plant die Abschaltung am 30. Juni 2028, Vodafone für Handykundschaft ab September 2028; O2 behält 2G vorerst als Basisnetz (Verbraucherzentrale, Stand 18.12.2025) | Gerät mit LTE/4G und VoLTE |
| Österreich | Kein 3G-Netz mehr, bis Mitte 2025 abgeschaltet; erste 2G-Abschaltungen laut Betreibern möglicherweise 2028 (RTR) | Beim Kauf prüfen, dass VoLTE im Netz deines Anbieters funktioniert |
| Schweiz | 2G bereits abgeschaltet; Swisscom und Sunrise hatten die 3G-Abschaltung bis Ende 2025 angekündigt, Salt nannte noch keinen Termin; ältere Handys ohne 4G sind nicht mehr nutzbar (BAKOM, 1. Dezember 2025) | VoLTE in den Einstellungen aktivieren, Software aktualisieren, bei Fragen Anbieter oder Hersteller fragen |
Bei einem vorhandenen Handy rät die Verbraucherzentrale, beim Telefonieren auf das Display zu schauen: Wechselt die Anzeige von «4G» oder «LTE» zu «2G», «GSM», «E» oder «Edge», solltest du die Einstellungen anpassen oder das Gerät umstellen. Das BAKOM empfiehlt, VoLTE in den Telefoneinstellungen zu prüfen und die aktuelle Software zu installieren.
Updates bei Smartphone und Tablet
Bei Smartphones und Tablets zählt zusätzlich, wie lange es Updates gibt. Seit dem 20. Juni 2025 gelten in der EU neue Ökodesign- und Energielabel-Regeln für Smartphones und Tablets. Updates des Betriebssystems müssen danach mindestens fünf Jahre lang verfügbar sein, gerechnet ab dem Verkauf des letzten Geräts eines Modells. Das Energielabel zeigt unter anderem die Akkulebensdauer und eine Reparierbarkeitsklasse von A bis E. In der Schweiz gelten diese EU-Regeln nicht automatisch; frag dort beim Kauf nach, wie lange der Hersteller Updates zusagt.
Ein Gerät aus der Schublade passt nur, wenn es noch Updates bekommt und VoLTE kann. Für gebrauchte oder aufbereitete Geräte gibt es Prüfpunkte im Ratgeber Refurbished-Handy kaufen: Zustand, Akku und Garantie prüfen.
Wer hilft beim Einrichten und im Alltag?
Ein Gerät ist nur so einfach wie die Hilfe, die dazugehört. Nutzen Kinder oder Enkel ein bestimmtes System, können sie bei Fragen oft leichter helfen, wenn das neue Gerät dasselbe System hat.
Klärt vor dem Kauf diese Punkte:
- Wer richtet das Gerät ein und überträgt die Kontakte?
- Wer ist erste Ansprechperson bei Fragen, und wie ist sie erreichbar?
- Wer erinnert an Updates und prüft ab und zu, ob die Notruffunktion noch stimmt?
- Was soll die Person selbst können, damit sie nicht für alles fragen muss?
Hilfe heisst nicht, dass Angehörige alle Passwörter verwalten. Wie das gelingt, zeigt Digital helfen, ohne fremde Passwörter zu sammeln. Für den ersten gemeinsamen Übungstermin hilft Einen Termin für digitale Hilfe gut vorbereiten. Wie du ein Smartphone mit grosser Schrift und übersichtlicher Startseite einrichtest, zeigt Handy für Senioren einrichten: Schrift, Startseite, Kontakte.
Unterstützung gibt es auch ausserhalb der Familie. In der Schweiz bietet Pro Senectute Kurse an, in denen man Schritt für Schritt den Umgang mit Computer, Tablet und Smartphone lernt; die Angebote findest du über die Kurssuche. In Deutschland und Österreich fragst du bei der Gemeinde oder im Seniorentreff nach.
Ein Beispiel: Ingrid entscheidet sich für zwei Geräte
Fiktives Beispiel: Ingrid, 81, lebt allein in Kassel. Ihr altes Klapphandy zeigt beim Telefonieren immer wieder «E» statt «4G» an. Ihr Enkel Lukas möchte ihr sein ausgedientes Smartphone geben. Bevor sie zusagt, gehen die beiden die Entscheidungsfragen durch.
Ingrid will vor allem erreichbar sein und Fotos ihrer Urenkelin sehen. Kleine Schrift liest sie nur mit Brille, Wischen auf Glas findet sie mühsam. Das alte Smartphone von Lukas bekommt keine Updates mehr; damit fällt es weg.
Die beiden entscheiden sich für ein Seniorenhandy mit 4G und VoLTE für die Handtasche und ein Tablet für zu Hause. Darauf sieht Ingrid mit grosser Schrift Fotos an und spricht sonntags per Video mit der Familie. Die Notruftaste ruft zuerst Lukas und dann die Nachbarin an. Beide wissen Bescheid und haben einen angekündigten Testanruf erlebt. Die wichtigsten Handgriffe stehen auf einer Karte neben dem Tablet.
Häufige Fehler
- Das Gerät nach dem Alter aussuchen statt nach dem, was die Person tun möchte und kann.
- Ein altes Handy aus der Schublade weitergeben, ohne zu prüfen, ob es 4G, VoLTE und noch Updates hat.
- Die Notruftaste einrichten, aber nie mit den eingetragenen Kontakten testen.
- Ein Tablet ohne Mobilfunk als Notfalltelefon einplanen.
- Alles einrichten, ohne zu klären, wer später bei Fragen und Updates hilft.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Was ist besser für ältere Menschen: Seniorenhandy oder Smartphone?
Das hängt von der Aufgabe ab, nicht vom Alter. Wer vor allem telefonieren und erreichbar sein will, kommt mit einem Seniorenhandy mit grossen Tasten und Notrufknopf gut zurecht. Für Fotos, Nachrichten und Video-Anrufe braucht es ein Smartphone oder ein Tablet. Probiert die Geräte vorher aus und klärt, wer später hilft.
Kann man mit einem Tablet telefonieren?
Über das Internet sind Video-Anrufe und Anrufe per App möglich, im WLAN oder mit SIM-Karte. Ob ein Modell auch normale Telefonate führen kann, steht in den Herstellerangaben. Für unterwegs und als Notfallgerät ist ein Handy in der Tasche verlässlicher, denn ein Tablet ohne Mobilfunk hat ausserhalb des WLANs keine Verbindung.
Funktioniert mein altes Seniorenhandy nach der 2G-Abschaltung noch?
Kann es nur 2G, funktioniert es nach der Abschaltung laut Verbraucherzentrale nicht mehr. Schau beim Telefonieren auf das Display: Erscheint dort «2G», «GSM», «E» oder «Edge», solltest du handeln. Frag deinen Anbieter, ob das Gerät 4G und VoLTE in seinem Netz nutzen kann. In der Schweiz sind ältere Handys ohne 4G laut BAKOM bereits nicht mehr nutzbar.
Welches Smartphone ist am besten für Senioren?
Wir nennen keine Modelle und keine Testsieger, weil das passende Gerät von Augen, Händen, Gewohnheiten und Unterstützung abhängt. Achte auf gut lesbare Anzeige, einstellbare Schriftgrösse, 4G mit VoLTE und eine klare Angabe, wie lange es Updates gibt. Ein Gerät mit demselben System, das auch Helfende nutzen, erleichtert die Unterstützung im Alltag.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Verbraucherzentrale: Digitale Assistenzsysteme für SeniorenQuellenstand:
- Verbraucherzentrale: 2G-Abschaltung, was auf Verbraucher zukommtQuellenstand:
- Verbraucherzentrale: Hausnotrufsysteme, schneller Draht zur HilfeQuellenstand:
- Android-Hilfe: Im Notfall mit dem Android-Smartphone Hilfe anfordernQuellenstand:
- Apple Support: SOS zum Kontaktieren der Rettungsdienste auf deinem iPhone verwendenQuellenstand:
- Europäische Kommission: 112, die Notrufnummer der EUQuellenstand:
- BAKOM: Abschaltung 3G und 2GQuellenstand:
- RTR: 3G/2G-Sunset, die Abschaltung von 3G- und 2G-NetzenQuellenstand:
- Europäische Kommission: Neue EU-Regeln für Smartphones und Tablets ab 20. Juni 2025 (englisch)Quellenstand:
- Pro Senectute: Bildungsangebote, auch zu Computer, Tablet und SmartphoneQuellenstand:



