KI im Alltag nutzen

Gute Anfragen an die KI: Prompt-Vorlagen für Alltagsaufgaben

Ein KI-Chatbot antwortet auf fast jede Frage, aber nicht immer so, dass du damit weiterkommst. Oft liegt der Unterschied in der Anfrage, dem sogenannten Prompt: Wer Aufgabe, Zweck und gewünschtes Ergebnis nennt, spart sich viele Korrekturrunden. Hier findest du Vorlagen für typische Alltagsaufgaben, die du kopieren und anpassen kannst.

eu. infopoint · Mit KI-Unterstützung erstellt · Quellen geprüft am

Hände tippen auf einer Laptoptastatur, daneben liegt ein Notizbuch mit handgezeichneten Kästchen ohne lesbaren Text, wie eine Skizze für eine Vorlage.
KI-generiertes Bild; kein realer Vorfall und keine echte Benutzeroberfläche.
Für wen
Alle, die einen KI-Chatbot wie ChatGPT oder Gemini für Alltagsaufgaben nutzen
Zeitbedarf
15 Minuten zum Lesen, 10 Minuten für die erste eigene Vorlage
Schwierigkeit
leicht
Du brauchst
Zugang zu einem KI-Chatbot, eine Notiz-App für deine Vorlagen
Gilt für
DE, AT, CH; ChatGPT und Gemini, andere Chatbots sinngemäss

Das Wichtigste zuerst

  • Schreib in jede Anfrage, was die KI tun soll, wofür du das Ergebnis brauchst und in welcher Form es kommen soll.
  • Passt die Antwort nicht, präzisiere sie mit einer Folgeanweisung im selben Chat.
  • Ersetze persönliche Angaben durch Platzhalter und prüfe Zahlen, Fristen und Fakten selbst, bevor du sie verwendest.

Was gehört in eine gute Anfrage an die KI?

OpenAI rät in seiner Hilfe, Anfragen klar und konkret zu formulieren: die Aufgabe benennen, den nötigen Hintergrund mitgeben und Ton und Stil festlegen. Am besten wirke eine Anfrage, wenn du sie so stellst, als würdest du dich an einen anderen Menschen wenden. Fehlen Hintergrund oder Details, bekommst du wahrscheinlich nicht, was du dir vorgestellt hast.

Hilfreich ist die Vorstellung, du gibst die Aufgabe einer Person, die dich nicht kennt und nicht nachfragen kann. Fünf Bausteine decken das meiste ab. Du brauchst nicht immer alle, die ersten drei aber fast immer.

Die fünf Bausteine einer Anfrage
BausteinFrage dahinterBeispiel
AufgabeWas genau soll die KI tun?«Fasse zusammen», «Schreib einen Entwurf», «Mach drei Vorschläge»
Zweck und RahmenWofür brauchst du das, und was weiss die KI nicht?«für ein Gespräch mit der Vermieterin», «wir sind zu viert, zwei Kinder unter zehn»
FormatWie soll das Ergebnis aussehen?«als Tabelle», «höchstens fünf Punkte», «unter 120 Wörtern»
TonWie soll es klingen?«freundlich und sachlich», «einfach, ohne Fachbegriffe»
GrenzenWas ist vorgegeben, was soll wegbleiben?«Budget 300 Euro», «nur Zutaten aus meiner Liste», «keine Vermutungen»

Grosse Aufgaben teilst du laut OpenAI besser in mehrere kleinere Anfragen auf. Nenne dabei, was dir am wichtigsten ist, und lass dir bei Bedarf mehrere Optionen vorschlagen. Perfekte Formulierungen sind nicht nötig: Wichtiger ist, dass dein Ziel erkennbar ist.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Fiktives Beispiel: Reto aus Luzern organisiert das Mittagessen zum 70. Geburtstag seiner Mutter. Seine erste Anfrage lautet: «Plane einen 70. Geburtstag.» Die Antwort ist lang und allgemein, mit Mottoparty, Fotobox und Überraschungsgästen. Nichts davon passt.

Beim zweiten Versuch schreibt er: «Ich plane ein Mittagessen zum 70. Geburtstag meiner Mutter mit 18 Gästen, darunter drei Kinder, in einem gemieteten Saal. Sie mag es ruhig, ohne Reden und Spiele. Erstelle eine Aufgabenliste für die nächsten sechs Wochen als Tabelle mit den Spalten Woche, Aufgabe und Wer. Stell mir Rückfragen, wenn dir Angaben fehlen.» Die KI fragt nach dem Budget. Reto ergänzt: höchstens 900 Franken für Essen und Dekoration. Die neue Tabelle ist kurz und brauchbar.

Die Preise für Saal und Essen holt Reto trotzdem selbst ein, denn die Beträge in der Tabelle sind nur Schätzungen. Die gelungene Anfrage speichert er als Vorlage für den nächsten runden Geburtstag.

Welche Vorlagen helfen bei typischen Alltagsaufgaben?

Die folgenden Vorlagen kannst du kopieren. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern durch deine eigenen. Füge nur Texte ein, die keine vertraulichen Angaben über dich oder andere enthalten. Was nicht in eine Anfrage gehört, erklärt der Ratgeber Vor einer KI-Anfrage: welche Angaben aus dem Text herausgehören.

Planen

«Ich möchte [Ziel, z. B. eine Woche lang vegetarisch kochen]. Rahmen: [Personen, Zeit, Budget, Vorlieben]. Erstelle einen Plan als Tabelle mit den Spalten [z. B. Tag, Gericht, Einkauf]. Halte dich an diese Vorgaben: [z. B. höchstens 30 Minuten pro Gericht]. Stell mir zuerst bis zu drei Rückfragen, wenn etwas unklar ist.»

Zusammenfassen

«Fasse den folgenden Text in [Anzahl] Punkten zusammen. Ich brauche das, um [Zweck, z. B. zu entscheiden, ob ich an der Versammlung teilnehme]. Nenne zuerst Fristen, Kosten und was ich tun muss. Wenn der Text etwas nicht sagt, schreib das, statt zu raten. Text: [Text einfügen]»

Formulieren

«Schreib einen Entwurf für eine E-Mail an [Empfänger, z. B. die Hausverwaltung]. Anlass: [kurz und sachlich]. Mein Ziel: [z. B. ein Termin für die Reparatur]. Ton: [höflich und bestimmt]. Länge: höchstens [120] Wörter. Lass Platzhalter für Namen, Adressen und Daten stehen.»

Verstehen

«Erkläre mir [Begriff oder Vorgang] so, dass ich es ohne Vorwissen verstehe. Verwende ein Beispiel aus dem Alltag und höchstens [150] Wörter. Sag mir am Ende, bei welcher offiziellen Stelle ich das nachlesen kann.»

Überarbeiten

«Prüfe meinen Text auf Rechtschreibung und Verständlichkeit. Ändere nichts am Inhalt. Zeig mir die Änderungen als Liste mit vorher und nachher. Text: [Text einfügen]»

Tipp: Der Satz «Stell mir Rückfragen, wenn dir Angaben fehlen» lohnt sich in fast jeder Vorlage. So merkst du früh, was für eine passende Antwort noch fehlt.

Die Antwort passt nicht: Wie bessere ich nach?

OpenAI rät, das Prompten wie ein Gespräch zu behandeln: Anfragen anhand der ersten Antworten verfeinern und weiter ausprobieren. Du musst also nicht beim ersten Versuch alles richtig formulieren. Kurze Folgeanweisungen im selben Chat genügen oft:

  • «Kürzer, bitte: höchstens fünf Sätze.»
  • «Das ist zu allgemein. Wir sind [Angabe]. Passe den Vorschlag daran an.»
  • «Erkläre Punkt 3 einfacher.»
  • «Mach zwei weitere Varianten: eine förmlichere und eine lockerere.»

Hat sich ein Chat nach mehreren Korrekturen verrannt, fang neu an und schreib die verbesserte Anfrage in einem Stück. Genau diese Fassung gehört in deine Vorlagensammlung.

Wie speichere ich eine Vorlage für später?

Am einfachsten ist eine Notiz mit deinen bewährten Vorlagen; das funktioniert mit jedem Chatbot. Einige Dienste können Wünsche zusätzlich dauerhaft speichern. Die Bezeichnungen unten stammen aus den deutschen Hilfeseiten von OpenAI und Google (Stand 18. Oktober 2026) und können sich mit Updates ändern.

ChatGPT: benutzerdefinierte Anweisungen

  1. Web und Desktop: Öffne die Einstellungen und wähle «Personalisierung».
  2. App für iPhone und Android: Wähle in den Einstellungen «ChatGPT anpassen».
  3. Prüfe, ob der Schalter «Anpassung aktivieren» eingeschaltet ist.
  4. Trage deine Wünsche in das Feld «Benutzerdefinierte Anweisungen» ein, zum Beispiel: «Antworte auf Deutsch, kurz und mit einem Beispiel.»

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: help.openai.com

Laut OpenAI gibt es die Funktion in allen Abos. In der kostenlosen Version und im Go-Abo speicherst du bis zu 1500 Zeichen, in den übrigen Abos bis zu 5000. Die Anweisungen eignen sich für allgemeine Wünsche wie Sprache, Länge und Ton, nicht für eine einzelne Aufgabe. OpenAI weist darauf hin, dass sie auch zur Verbesserung der Modelle genutzt werden, sofern du dem nicht widersprichst. Wie das geht, zeigt Chatbot-Datenschutz: Verlauf, Gedächtnis und Werbung einstellen.

Gemini: eigenen Skill anlegen (Web und Mac-App)

  1. Öffne gemini.google.com am Computer oder die Gemini-App auf dem Mac.
  2. Klicke in der Seitenleiste auf Einstellungen › Skills.
  3. Wähle «Manuell erstellen» und gib Name, Beschreibung und Anweisungen ein, etwa deine Vorlage zum Zusammenfassen.
  4. Klicke oben auf «Erstellen».
  5. Im Chat gibst du / ein und wählst den Skill aus.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Google führt Skills laut Hilfe schrittweise ein, zuerst für private Konten. Findest du sie nicht unter Einstellungen, kann der Weg abweichen: Die englischsprachige Google-Hilfe beschreibt bereits einen anderen Einstieg über die Seitenleiste. Skills setzen laut Google ein Alter ab 18 Jahren, ein privates Google-Konto und die eingeschaltete Einstellung «Aktivitäten speichern» voraus. Hast du bisher sogenannte Gems genutzt: Sie enden für private Konten im November 2026 und werden dann automatisch in Skills umgewandelt.

Wo stösst auch die beste Anfrage an Grenzen?

Eine gute Anfrage macht die Antwort passender, aber nicht automatisch richtig. Google schreibt in der Gemini-Hilfe, dass Gemini halluzinieren und unrichtige Informationen als Fakten darstellen kann, und rät, Antworten etwa über Personen zu überprüfen. Bei medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Fragen solle man sich nicht auf die Antworten verlassen. Wie du gezielt prüfst, zeigt Eine KI-Antwort prüfen. Für deine persönliche Lage bleibt eine Fachperson die richtige Anlaufstelle.

Vorsicht bei fremden Texten: Das BSI, das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, warnt vor Angriffen, bei denen gezielt formulierte Anweisungen ein Sprachmodell manipulieren, etwa sogenannte indirekte Prompt-Injections. Heikel ist das laut BSI besonders, wenn das Modell Zugriff auf private Informationen hat und zugleich Inhalte aus nicht vertrauenswürdigen Quellen verarbeitet. Lass eine unbekannte E-Mail oder Webseite deshalb nicht in einem Chat auswerten, der auf dein Postfach oder deine Dateien zugreifen darf.

Was in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt
LandRahmen für ChatbotsWo du dich informierst
DeutschlandEU-KI-Verordnung: Ihre Transparenzpflichten gelten im Wesentlichen seit 2. August 2026. Anbieter müssen Chatbots so gestalten, dass du spätestens bei der ersten Interaktion erfährst, dass du mit einer KI kommunizierst, ausser das ist offensichtlich.BSI, Themenseite Künstliche Intelligenz
ÖsterreichDieselbe EU-Regel. Laut RTR genügt ein Hinweis nur in den AGB oder ein allgemeiner Satz wie «Diese Website nutzt KI» nicht.KI-Servicestelle der RTR
SchweizDie EU-KI-Verordnung gilt nicht automatisch, ein übergreifendes KI-Gesetz gibt es laut BAKOM bisher nicht. Laut EDÖB ist das Datenschutzgesetz (DSG), in Kraft seit 1. September 2023, direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar. Du hast das Recht zu erfahren, ob und in welchem Umfang du mit einer Maschine kommunizierst.EDÖB, Seite «KI und Datenschutz»

Häufige Fehler

  • Nur ein Stichwort eingeben, etwa «Geburtstag planen», und die allgemeine Antwort dann für unbrauchbar halten.
  • Zu viel auf einmal verlangen: Menüplan, Einkaufsliste und Budgetrechnung in einer Anfrage statt in drei Schritten.
  • Echte Namen, Adressen oder Kontonummern in eine Vorlage schreiben, obwohl Platzhalter genügen.
  • Geschätzte Preise, Öffnungszeiten oder Fristen aus der Antwort übernehmen, ohne sie bei der zuständigen Stelle zu prüfen.
  • Nach mehreren misslungenen Antworten im selben Chat weiterkorrigieren, statt mit einer vollständigen Anfrage neu anzufangen.

Deine Checkliste

Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.

Häufige Fragen

Funktionieren die Vorlagen auch mit anderen Chatbots?

Ja. Aufgabe, Zweck, Format, Ton und Grenzen sind nicht an einen Anbieter gebunden. Du kannst dieselbe Vorlage in ChatGPT, Gemini oder einem anderen Dienst verwenden. Unterschiedlich sind vor allem die Funktionen zum Speichern: Bei ChatGPT heissen sie benutzerdefinierte Anweisungen, bei Gemini Skills. Eine Notiz mit deinen Vorlagen funktioniert überall, auch nach einem Wechsel des Dienstes.

Wie lang darf eine Anfrage sein?

Eine feste Regel gibt es nicht. Wichtiger als die Länge ist, dass Aufgabe, Zweck und gewünschtes Format klar sind. Wird eine Anfrage sehr lang, teile sie auf: Das empfiehlt auch OpenAI für umfangreiche Aufgaben. Für gespeicherte Anweisungen gibt es Grenzen, bei ChatGPT zum Beispiel 1500 Zeichen in der kostenlosen Version und im Go-Abo, 5000 in den übrigen Abos.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vorlage und gespeicherten Anweisungen?

Eine Vorlage ist ein Text, den du selbst aufbewahrst und bewusst in einen Chat einfügst. Gespeicherte Anweisungen wie die benutzerdefinierten Anweisungen bei ChatGPT nutzt der Dienst dagegen für deine Chats ohne weiteres Zutun. Gut ist eine Mischung: allgemeine Wünsche wie Sprache und Ton in den Einstellungen, konkrete Aufgaben wie «Brief zusammenfassen» als Vorlage.

Quellen und weiterführende Informationen

Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.

  1. OpenAI-Hilfe: Wie erstelle ich einen guten Prompt für ein AI-Modell?Quellenstand:
  2. Gemini-Apps-Hilfe: Informationen zu Antworten von Gemini-AppsQuellenstand:
  3. Gemini-Apps-Hilfe: Umstellung von Gems auf SkillsQuellenstand:
  4. BSI: Künstliche IntelligenzQuellenstand:
  5. RTR KI-Servicestelle: Transparenzpflichten nach dem AI ActQuellenstand:
  6. EDÖB: KI und DatenschutzQuellenstand:
  7. BAKOM: Künstliche IntelligenzQuellenstand: