Kostenlos, mit Werbung oder im Abo: welche Modelle gibt es?
Bei den bekannten Chatbots gibt es meist eine kostenlose Stufe und mehrere Abos. OpenAI bietet ChatGPT als Free, Go, Plus und Pro an. Bei Google heissen die Stufen für Gemini «ohne Abo», Google AI Plus, Google AI Pro und Google AI Ultra.
Kostenlos heisst nicht unbegrenzt. In ChatGPT Free sind alltägliche Textchats laut OpenAI unbegrenzt, mit Schutz vor Missbrauch. Für Datei-Uploads, Bilderzeugung, Sprachmodus und Datenanalyse gelten aber eigene Limits. Google nennt für Gemini ohne Abo «Standardlimits»: Google AI Plus verdoppelt sie, Google AI Pro vervierfacht sie. Das Limit wird laut Google alle 5 Stunden aufgefrischt, bis du ein Wochenlimit erreichst.
Als drittes Modell kommt Werbung hinzu. OpenAI testet seit dem 9. Februar 2026 Anzeigen in ChatGPT, zuerst in den USA. Laut der Werbe-Hilfe von OpenAI können Anzeigen in Free und Go erscheinen, Plus und Pro bleiben werbefrei. Wo Anzeigen getestet werden, kannst du in Free eine werbefreie Variante wählen, bekommst dann aber weniger Nachrichten und weniger Werkzeuge. Google schreibt im Privacy Hub, dass deine Unterhaltungen mit Gemini-Apps nicht genutzt werden, um dir Werbung zu zeigen.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Fiktives Beispiel: Mara aus Graz nutzt einen Chatbot für Rezeptideen, Briefe an die Hausverwaltung und Vokabeltraining für ihren Italienischkurs. Nach einer Meldung über ein erreichtes Limit überlegt sie, ein Abo abzuschliessen. Stattdessen führt sie zwei Wochen lang eine kurze Notiz: Wofür hat sie den Chatbot gebraucht, und wann ging etwas nicht?
Das Ergebnis ist eindeutig. Textchats liefen problemlos. An Grenzen stiess sie nur zweimal, beide Male beim Hochladen von Fotos ihrer handschriftlichen Notizen. Mara bleibt bei der kostenlosen Stufe. Für den Monat vor ihrer Sprachprüfung schliesst sie ein Monatsabo ab und kündigt es noch am selben Tag. Laut der Hilfeseite ihres Anbieters kann sie die bezahlten Funktionen trotzdem bis zum Ende des Abrechnungszeitraums nutzen.
ChatGPT und Gemini: was unterscheidet die Stufen?
Die Tabelle fasst zusammen, was OpenAI und Google in ihren Hilfeseiten nennen (Stand 18. Oktober 2026). Sie ist kein Test und keine Rangliste. Beide Anbieter weisen darauf hin, dass sich Modelle und Limits ändern können; Google schreibt, Limits könnten auch ohne Vorankündigung angepasst werden.
| Kriterium | ChatGPT (OpenAI) | Gemini (Google) |
|---|---|---|
| Kostenlose Stufe | Free: alltägliche Textchats ohne festes Limit, eigene Limits für Bilder, Uploads, Sprache und Datenanalyse | Ohne Abo: Standardlimits; Canvas, Gems und Deep Research sind inbegriffen |
| Bezahlstufen | Go, Plus und Pro; Plus kostet 20 US-Dollar pro Monat | Google AI Plus, Pro und Ultra; Preise nennt Google auf seiner Abo-Übersicht |
| Was das Abo bringt | Go: höhere Limits für Bilder, Uploads und Datenanalyse; Plus: höhere Modell-Limits und mehr Modelle | Plus: doppelte, Pro: vierfache Standardlimits; längerer Kontext; Videogenerierung nur im Abo |
| Werbung | In Free und Go möglich, Plus und Pro werbefrei; personalisierte Anzeigen vorerst nicht im EWR und in der Schweiz | Chats werden laut Google nicht für Werbung genutzt |
| Training mit deinen Chats | Du kannst es in den Einstellungen abschalten | Mit «Aktivitäten speichern» für Training genutzt; ohne diese Einstellung nur bei Feedback |
| Abrechnung und Zugang | Monatlich, kein Jahresabo für Plus; im Web im EWR in Euro, in der Schweiz in Franken; in den Apps über Apple oder Google | Für private Google-Konten; Mindestalter 18 Jahre im EWR, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich |
Zum Begriff Kontext: Gemeint ist die Textmenge, die der Chatbot in einer Unterhaltung gleichzeitig berücksichtigen kann. Google nennt dafür 32 000 Tokens ohne Abo, 128 000 mit Google AI Plus und 1 Million mit Google AI Pro. Das spielt vor allem eine Rolle, wenn du lange Dokumente hochlädst. Für kurze Fragen merkst du davon wenig.
Andere Chatbots vergleichst du mit denselben Kriterien. Sieh in der Hilfe des Anbieters nach, wie er die Gratisstufe begrenzt, ob Werbung vorgesehen ist und wie du das Training mit deinen Chats abschaltest.
Lohnt sich ein Abo für dich? Fünf Fragen vor dem Abschluss
- Stösst du regelmässig an ein Limit? Einmal im Monat ist kein Grund für ein Abo. Mehrmals pro Woche, und zwar bei Aufgaben, die dir wichtig sind, schon eher.
- Brauchst du eine bestimmte Funktion? Manche Werkzeuge gibt es nur im Abo, bei Gemini etwa die Videogenerierung. Frage dich, ob du sie mehr als einmal nutzen wirst.
- Wie wichtig ist dir ein werbefreier Chat? Bei ChatGPT entscheidet das mit über die Stufe: OpenAI beschreibt Go als günstiges Abo, laut Werbe-Hilfe können dort aber Anzeigen erscheinen; Plus ist werbefrei.
- Zahlst du schon für ähnliche Dienste? Ein Blick in deine laufenden Abos verhindert, dass du zweimal für dieselbe Aufgabe bezahlst.
- Was kostet das Abo im Jahr? Rechne den Monatspreis mal zwölf: OpenAI nennt für Plus 20 US-Dollar pro Monat, also 240 US-Dollar im Jahr. Im Web rechnet OpenAI im EWR in Euro und in der Schweiz in Franken ab; massgeblich ist deshalb der Betrag in deiner Währung.
Tipp: Lege dir für den Test eine Notiz mit drei Spalten an: Datum, Aufgabe, Problem. Nach zwei Wochen siehst du, ob die Probleme vom Limit kommen oder von unklaren Anfragen. Im zweiten Fall hilft ein Abo wenig, bessere Anfragen an die KI dagegen schon.
Ein Abo macht Antworten nicht fehlerfrei. Du bekommst mehr Nutzung, mehr Modelle und mehr Werkzeuge. Zahlen, Fristen und Fakten prüfst du trotzdem selbst, wie im Ratgeber KI-Antworten prüfen beschrieben.
Was passiert mit deinen Daten und mit der Werbung?
Ob deine Chats zum Training beitragen, regelst du bei beiden Diensten über Einstellungen. Bei ChatGPT schaltest du das Training mit deinen Unterhaltungen in den Einstellungen ein oder aus, im Web wie in der App. Temporäre Chats nutzt OpenAI nicht zum Training, bewahrt sie aber aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage auf. Inhalte aus Business-, Enterprise- und Edu-Arbeitsbereichen nutzt OpenAI laut eigener Angabe standardmässig nicht zum Training.
Bei Gemini heisst die entscheidende Einstellung «Aktivitäten speichern». Ist sie eingeschaltet, nutzt Google die Aktivitäten laut Privacy Hub auch zum Training generativer KI-Modelle. Einen Teil der Chats prüfen spezialisierte Teams, auch externe Dienstleister. Geprüfte Chats bewahrt Google bis zu drei Jahre auf, selbst wenn du deine Aktivitäten löschst. Ohne die Einstellung bleiben Chats 72 Stunden im Konto. Gespeicherte Aktivitäten löscht Google standardmässig nach 18 Monaten; du kannst auch 3 oder 36 Monate wählen.
Zur Werbung in ChatGPT sagt OpenAI: Unterhaltungen werden nicht an Werbekunden weitergegeben, Daten nicht an sie verkauft. Anzeigen sind deutlich gekennzeichnet und getrennt von der Antwort zu sehen. Konten, die OpenAI Personen unter 18 Jahren zuordnet, erhalten keine Werbung. Welche Anzeige du siehst, hängt unter anderem vom Inhalt des aktuellen Chats ab. Wo personalisierte Werbung angeboten wird, kannst du die Personalisierung in den Werbeeinstellungen abschalten; Anzeigen zum aktuellen Chat können dann weiterhin erscheinen.
Wie du Verlauf, Gedächtnis und Werbung Schritt für Schritt einstellst, zeigt der Ratgeber Chatbot-Datenschutz einstellen.
Welche Regeln gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
In der EU gilt die KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Ihre Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten im Wesentlichen seit dem 2. August 2026. Anbieter müssen Chatbots so gestalten, dass du spätestens bei der ersten Interaktion erfährst, dass du mit einer KI sprichst, ausser das ist offensichtlich. Ein Hinweis nur in den AGB genügt laut der österreichischen KI-Servicestelle der RTR nicht. Für deine Daten gilt zusätzlich die Datenschutz-Grundverordnung.
| Land | Was gilt | Wo du dich informierst |
|---|---|---|
| Deutschland | EU-KI-Verordnung, Transparenzpflichten seit 2. August 2026; Datenschutz-Grundverordnung | AI Act Service Desk der EU-Kommission |
| Österreich | EU-KI-Verordnung wie in Deutschland; Hinweis auf die KI muss leicht verständlich und barrierefrei sein | KI-Servicestelle der RTR |
| Schweiz | EU-KI-Verordnung gilt nicht automatisch; das Datenschutzgesetz ist laut EDÖB direkt auf KI anwendbar | Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) |
In der Schweiz hast du laut EDÖB das Recht zu erfahren, ob und inwieweit du mit einer Maschine korrespondierst. Anbieter sollen zudem offenlegen, ob deine Eingaben zur Verbesserung der Programme oder für weitere Zwecke verwendet werden. Das seit dem 1. September 2023 geltende Datenschutzgesetz ist technologieneutral formuliert und gilt deshalb auch für KI. Die Abos selbst sind laut Google auch in der Schweiz erhältlich.
Abo abschliessen und kündigen: so behältst du den Überblick
Schliesse ein Abo am besten dort ab, wo du es auch verwalten willst. Wer ChatGPT über den App Store von Apple bezahlt, kündigt bei Apple und wendet sich für Erstattungen an Apple. Ein gelöschtes ChatGPT-Konto beendet ein Apple-Abo laut OpenAI nicht. Wie Kündigungen bei Apple und Google Play allgemein funktionieren, erklärt der Ratgeber Abo online kündigen.
ChatGPT-Abo im Web kündigen (chatgpt.com)
- Melde dich im Browser bei ChatGPT an und öffne das Kontomenü.
- Wähle Einstellungen › Abrechnung.
- Klicke unter «Tarif kündigen» auf «Kündigen».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: help.openai.com
Laut OpenAI bleiben die bezahlten Funktionen bis zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums nutzbar. Damit keine neue Abbuchung erfolgt, solltest du mindestens 24 Stunden vor dem nächsten Abrechnungstag kündigen. Eine Kündigung erstattet frühere Zahlungen nicht automatisch.
Häufige Fehler
- Ein Abo direkt nach der ersten Limit-Meldung abschliessen, ohne die eigene Nutzung zu kennen.
- Über App Store, Google Play und Web gleichzeitig zahlen, weil das Abo an einer Stelle nicht sichtbar war.
- Das ChatGPT-Konto löschen und annehmen, ein über Apple bezahltes Abo sei damit beendet.
- Erst am Abrechnungstag kündigen statt mindestens 24 Stunden vorher.
- Ein Abo für eine Garantie richtiger Antworten halten und Fakten nicht mehr selbst prüfen.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Lohnt sich ChatGPT Plus?
Das hängt von deiner Nutzung ab. Plus kostet laut OpenAI 20 US-Dollar pro Monat und bringt höhere Limits, mehr Modelle und keine Werbung. Wenn du vor allem Textchats führst, reicht oft die kostenlose Stufe, denn diese sind in Free laut OpenAI nicht fest begrenzt. Teste zwei Wochen und zähle, wie oft dich ein Limit wirklich gebremst hat.
Gibt es in ChatGPT jetzt Werbung?
OpenAI testet Anzeigen seit dem 9. Februar 2026, zuerst in den USA. Sie können in Free und Go erscheinen; Plus, Pro und Business-Konten sind werbefrei. Anzeigen sind deutlich gekennzeichnet. Personalisierte Werbung gibt es im EWR und in der Schweiz vorerst nicht. Konten von Personen unter 18 Jahren sehen keine Anzeigen.
Kann ich ein KI-Abo jederzeit kündigen?
Bei ChatGPT ja, das Abo läuft monatlich. Laut OpenAI kannst du die bezahlten Funktionen bis zum Ende des Abrechnungszeitraums weiter nutzen. Kündige mindestens 24 Stunden vor dem nächsten Abrechnungstag. Wenn du über Apple oder Google Play bezahlst, kündigst du dort. Bei anderen Anbietern gelten deren Bedingungen und die Verbraucherregeln deines Landes.
Ist ein Abo datenschutzfreundlicher als die Gratisversion?
Nicht automatisch. Bei privaten ChatGPT-Stufen und bei Gemini entscheiden deine Einstellungen, ob Chats zum Training genutzt werden, nicht der Preis. Bei Gemini prüfen spezialisierte Teams einen Teil der Chats, und geprüfte Chats bleiben bis zu drei Jahre gespeichert. Stelle diese Optionen bewusst ein und gib keine sensiblen Angaben ein, egal welche Stufe du nutzt.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- OpenAI-Hilfe: Ads in ChatGPT (englisch)Quellenstand:
- OpenAI-Hilfe: What is ChatGPT Plus? (englisch)Quellenstand:
- Google Gemini-Hilfe: Nutzungslimits und Upgrades für Google AI-AbosQuellenstand:
- Google Gemini-Hilfe: Privacy Hub für Gemini-AppsQuellenstand:
- RTR KI-Servicestelle: Transparenzpflichten nach dem AI ActQuellenstand:
- EDÖB: KI und DatenschutzQuellenstand:
- OpenAI-Hilfe: ChatGPT Free Tier FAQ (englisch)Quellenstand:
- OpenAI-Hilfe: Multi-currency billing (englisch)Quellenstand:



