Was ist ein Teen-Konto, und was ist schon voreingestellt?
Ein Teen-Konto ist ein gewöhnliches Konto, für das die Plattform wegen des Alters strengere Voreinstellungen setzt. Instagram stellt Konten von 13- bis 17-Jährigen automatisch auf Teen-Konto um. TikTok staffelt seine Regeln laut klicksafe nach 13 bis 15 und 16 bis 17 Jahren. YouTube bietet Teenagern zwischen 13 und 17 in den meisten Ländern ein «Teenagerkonto mit Elternaufsicht» an, das ihr miteinander verknüpft.
Alle Schutzregeln hängen am Alter, das im Konto steht. Für TikTok hält klicksafe fest, dass sie nur bei korrektem Geburtsdatum greifen.
| Bereich | TikTok | YouTube | |
|---|---|---|---|
| Für wen | 13 bis 17 Jahre, automatisch | ab 13 Jahren, Regeln nach Alter gestuft | 13 bis 17 Jahre in den meisten Ländern, eigenes Google-Konto |
| Sichtbarkeit | Konto standardmässig privat | 13 bis 15: Konto automatisch privat, Videos nicht herunterladbar | Mit Aufsicht siehst du die Zahl öffentlicher, privater und nicht gelisteter Uploads |
| Kontakte | Eingeschränkt, wer Nachrichten schickt, markiert und erwähnt | Direktnachrichten erst ab 16, Duett und Stitch erst ab 16 | Mit Aufsicht siehst du die Zahl der Kommentare unter fremden Videos und der Abos |
| Nutzungszeit | Erinnerung nach 60 Minuten am Tag, Schlafmodus von 22 bis 7 Uhr | Unter 16: nach 22 Uhr unterbricht eine Meditationsfunktion den «Für dich»-Feed | Eltern können Pausen- und Schlafenszeit-Erinnerungen setzen und Shorts begrenzen |
| Elternaufsicht | Beide stimmen zu, endet spätestens mit 18 | Begleiteter Modus mit Nutzungsdauer und Auszeiten | Beide stimmen zu, endet nicht automatisch mit 18 |
Instagram: welche Einstellungen ihr gemeinsam prüft
Ein Teen-Konto auf Instagram ist standardmässig privat. Eingeschränkt ist, wer deinem Kind schreiben und wer es markieren oder erwähnen darf; auch die sichtbaren Inhalte sind begrenzt. Möglicherweise beleidigende Kommentare und Nachrichtenanfragen blendet Instagram mit der strengsten Filterstufe aus. Nach insgesamt 60 Minuten am Tag erinnert die App ans Schliessen. Von 22 bis 7 Uhr läuft der Schlafmodus: Benachrichtigungen sind stumm, Nachrichten werden automatisch beantwortet.
Wer 13 bis 15 ist, kann diese Einstellungen nicht ohne Erlaubnis eines Elternteils lockern. Für «Mehr Inhalte» braucht es die Erlaubnis in jedem Alter, mit eingerichteter Aufsicht sogar für jede Lockerung. Im Juni 2026 hat Meta angekündigt, für Teen-Konten weltweit Inhaltseinstellungen ab 13 einzuführen: Jugendliche sollen ähnliche Inhalte sehen wie in einem altersgerechten Film.
Die Elternaufsicht: was du siehst und was nicht
Für die Aufsicht brauchst du ein eigenes Instagram-Konto, und ihr müsst beide zustimmen. Du kannst Änderungswünsche erlauben oder ablehnen, Zeitlimits und Pausenzeiten setzen und die Follower deines Kindes sehen. Laut klicksafe siehst du auch Privatsphäre- und Kontoeinstellungen, wirst bei Änderungen benachrichtigt und siehst blockierte Konten. Du erfährst, mit wem dein Kind in den letzten sieben Tagen geschrieben hat, aber nicht, was. Die Aufsicht endet jederzeit auf Wunsch oder automatisch mit 18.
Meta bündelt die Aufsicht für Instagram, Facebook, Messenger und Meta Horizon an einer zentralen Stelle. Laut einer Meta-Mitteilung vom Juni 2026 bekommen Eltern mit Aufsicht in der EU zudem einen Hinweis, wenn ihr Kind in kurzer Zeit wiederholt nach Begriffen zu Suizid oder Selbstverletzung sucht. Eltern und Jugendliche werden laut Meta vorab darüber informiert.
Tipp: Öffnet die Kontoeinstellungen am Handy deines Kindes und geht Privatsphäre, Nachrichten, Erwähnungen und Zeit der Reihe nach durch. Dein Kind bedient das Handy, du fragst nach.
TikTok: Altersstufen kennen und den Begleiteten Modus besprechen
Laut Nutzungsbedingungen muss man für TikTok 13 Jahre alt sein. Konten von 13- bis 15-Jährigen sind automatisch privat. Fremde können ihre Videos nicht kommentieren, Duett, Stitch und Kontovorschläge an andere sind abgeschaltet. Andere können die Videos nicht herunterladen; externe Programme können diese Sperre laut klicksafe allerdings umgehen. Direktnachrichten sind laut Saferinternet.at erst ab 16 freigeschaltet. Livestreams darf seit November 2022 nur starten, wer mindestens 18 ist und mindestens 1000 Follower hat.
Mit 16 und 17 sind Duett und Stitch möglich, standardmässig nur mit Freunden. Downloads der eigenen Videos sind aus, lassen sich aber erlauben. Das entscheidet ihr am besten gemeinsam.
Der Begleitete Modus
Im Begleiteten Modus verknüpfst du dein TikTok-Konto mit dem deines Kindes und legst zum Beispiel die tägliche Nutzungsdauer fest. Seit März 2025 kannst du laut klicksafe Auszeiten zu festen Zeiten einrichten, auch wiederkehrend; Änderungen daran muss dein Kind bei dir anfragen. Du siehst ausserdem, wem dein Kind folgt, wer ihm folgt und wen es blockiert hat.
Den Einstieg findet ihr in den Einstellungen der App. Da sich Bezeichnungen mit Updates ändern, folgt ihr am besten gemeinsam den Hinweisen, die TikTok dort anzeigt.
YouTube: Teenagerkonto mit Elternaufsicht verknüpfen
Bei YouTube bleibt das Konto deines Kindes eigenständig. Auf Wunsch verknüpft ihr es mit deinem Konto; beide müssen zustimmen, und jede Seite kann die Aufsicht jederzeit beenden. Du siehst dann die Kanäle deines Kindes sowie die Anzahl seiner Uploads, Livestreams, Kommentare unter fremden Videos und Abos. Die Hilfeseite nennt dabei Zahlen, keine Inhalte.
Postet dein Kind ein Video oder startet es einen Livestream, bekommst du eine E-Mail, die du abschalten kannst. Du kannst Erinnerungen wie «Pause machen» und «Erinnerung an Schlafenszeit» festlegen und die Zeit für Shorts begrenzen.
YouTube am Computer: Elternaufsicht einrichten und beenden
- Melde dich bei YouTube an und klicke auf dein Profilbild › Einstellungen.
- Scrolle zu Familiencenter › Kinderprofile und Funktionen für Teenager verwalten.
- Klicke auf Einen Teenager einladen › Einladung erstellen.
- Dein Kind scannt den QR-Code auf seinem Gerät, oder du schickst ihm den Link.
- Umgekehrt geht es auch: Dein Kind wählt im selben Bereich Elternteil einladen › Einladung erstellen.
- Beenden: Kinderprofile und Funktionen für Teenager verwalten › Konto auswählen › Funktionen für die Elternaufsicht deaktivieren.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Tipp: Wird dein Kind volljährig, endet die Aufsicht bei YouTube nicht automatisch. Sprecht vorher ab, wann ihr sie beendet, zum Beispiel am 18. Geburtstag.
Was verlangt das EU-Recht, und was gilt in der Schweiz?
Seit dem 17. Februar 2024 gilt das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) in der ganzen EU; den Schutz Minderjähriger regelt Artikel 28. Am 14. Juli 2025 hat die EU-Kommission dazu Leitlinien veröffentlicht. Sie empfehlen unter anderem: Konten Minderjähriger standardmässig privat, jede Person blockieren oder stummschalten können, kein Hinzufügen zu Gruppen ohne Zustimmung, Lesebestätigungen, Autoplay und Push-Benachrichtigungen standardmässig aus.
Die Leitlinien sind freiwillig. Die Kommission nutzt sie aber als Massstab, wenn sie prüft, ob eine Plattform Artikel 28 Absatz 1 einhält. Zum Mindestalter für soziale Netzwerke siehe Altersgrenzen für Social Media: was in Europa gilt und kommt.
| Land | Rechtsrahmen | Information für Eltern | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Deutschland | DSA seit 17.02.2024, ergänzt durch das Digitale-Dienste-Gesetz | klicksafe | Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz ist für den Online-Schutz Minderjähriger bei Plattformen mit Sitz in Deutschland zuständig; sehr grosse Plattformen beaufsichtigt die EU-Kommission direkt |
| Österreich | DSA seit 17.02.2024 | Saferinternet.at | Laut Saferinternet.at gilt für soziale Netzwerke strenggenommen ein Mindestalter von 14 Jahren |
| Schweiz | Kein EU-Mitglied, der DSA gilt nicht | Jugend und Medien | Instagram-Teen-Konten gibt es laut Meta weltweit, die YouTube-Aufsicht in den meisten Ländern |
In der Schweiz hängen die Teen-Einstellungen von den Plattformen selbst ab, nicht vom DSA. Informationen für Eltern bündelt die nationale Plattform Jugend und Medien. Sie erinnert daran, dass viele Kinder soziale Netzwerke schon vor 13 nutzen, oft mit falschem Geburtsdatum.
Ein Beispiel: Lena und ihr Vater gehen die Einstellungen durch
Fiktives Beispiel: Lena aus Freiburg ist 14 und nutzt Instagram und YouTube. Ihr Vater Tobias will nicht heimlich mitlesen, sondern mit ihr klären, was eingestellt ist. An einem Sonntagnachmittag prüfen sie zuerst das Geburtsdatum, dann die Einstellungen: Das Konto ist privat, der Schlafmodus läuft ab 22 Uhr.
Lena möchte lockern, wer sie markieren darf, damit auch Freundinnen aus dem Handballverein das können. Weil sie unter 16 ist, braucht sie dafür die Erlaubnis ihres Vaters. Die beiden richten die Aufsicht ein, Lena schickt die Anfrage, Tobias stimmt zu. Bei YouTube lädt Lena ihn über das Familiencenter ein. Er erklärt ihr, dass er dort Zahlen sieht, aber keine Kommentartexte. Zum Schluss notieren sie einen Termin in den Weihnachtsferien für den nächsten Blick auf die Einstellungen.
Wie begleitest du dein Kind, ohne es zu überwachen?
Die Aufsichtsfunktionen sind auf Zusammenarbeit angelegt: Bei Instagram und YouTube müssen beide zustimmen. Jugend und Medien bringt es auf den Punkt: «Kontrolle ersetzt keine Gespräche.» Ältere Kinder sollen lernen, Privatsphäre-Einstellungen selbst zu nutzen, ihren Standort nicht freizugeben und Personen zu blockieren. Saferinternet.at rät, sich die App vom Kind erklären zu lassen und bei Problemen ansprechbar zu bleiben.
- Wer darf mich anschreiben, und was mache ich bei einer unangenehmen Nachricht?
- Wie lange am Tag ist für uns in Ordnung, auch am Wochenende?
- Was zeige ich öffentlich, und was bleibt im privaten Kreis?
- Wann schauen wir die Einstellungen wieder gemeinsam an?
Wie ihr ein Profil aus fremder Sicht prüft, zeigt Dein Profil aus fremder Sicht: ein Privatsphäre-Check. Zeitlimits und Abmachungen am Handy selbst beschreibt Erstes Smartphone fürs Kind: Alter, Abmachungen, Einstellungen. Gegen Unterbrechungen am Abend hilft Weniger Handy-Unterbrechungen: Benachrichtigungen bewusst auswählen.
Häufige Fehler
- Ein falsches Geburtsdatum stehen lassen: Die Jugendeinstellungen hängen am Alter im Konto.
- Die Aufsicht ohne Absprache einrichten wollen: Bei Instagram und YouTube müssen beide zustimmen.
- Sich darauf verlassen, Nachrichten mitlesen zu können: Bei Instagram sind Nachrichteninhalte von der Aufsicht ausgenommen, Absprachen sind wichtiger.
- Bei YouTube vergessen, die Aufsicht mit 18 zu beenden: Sie läuft weiter, bis jemand sie ausschaltet.
- In-App-Käufe offen lassen: klicksafe rät, sie über die Einstellungen am Smartphone zu deaktivieren.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter gibt es ein Teen-Konto?
Instagram stellt Konten von 13- bis 17-Jährigen automatisch auf Teen-Konto. TikTok setzt laut Nutzungsbedingungen 13 Jahre voraus. YouTube bietet das Teenagerkonto mit Elternaufsicht in den meisten Ländern für 13- bis 17-Jährige an. Für jüngere Kinder gibt es bei YouTube ein Kinderkonto mit Elternaufsicht oder die separate App YouTube Kids.
Kann ich mit der Aufsicht die Nachrichten meines Kindes lesen?
Bei Instagram nicht: Du siehst, mit wem dein Kind in den letzten sieben Tagen geschrieben hat, aber nicht, was. Bei YouTube siehst du vor allem Zahlen, etwa wie viele Kommentare dein Kind geschrieben hat. Heimliches Mitlesen ist nicht das Ziel dieser Funktionen. Vereinbart lieber, dass dein Kind sich meldet, wenn ihm eine Nachricht komisch vorkommt.
Kann mein Kind die Aufsicht einfach wieder beenden?
Bei YouTube kann jede Seite die Aufsicht jederzeit deaktivieren. Bei Instagram endet sie laut klicksafe jederzeit auf Wunsch oder automatisch mit 18 Jahren. Das ist so gewollt, denn die Aufsicht funktioniert nur mit Einverständnis. Endet sie unerwartet, frag nach, was dein Kind daran gestört hat, statt sofort neue Regeln aufzustellen.
Gelten diese Einstellungen auch in der Schweiz?
Ja, denn die Teen-Einstellungen sind Funktionen der Plattformen: Instagram bietet Teen-Konten nach eigenen Angaben weltweit an, die YouTube-Aufsicht gibt es in den meisten Ländern. Der Digital Services Act der EU gilt in der Schweiz aber nicht. Information für Eltern bietet die nationale Plattform Jugend und Medien.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Instagram: Teen-Konten auf InstagramQuellenstand:
- Meta: Neue Schutzfunktionen für Teen-Konten, Juni 2026 (englisch)Quellenstand:
- klicksafe: InstagramQuellenstand:
- klicksafe: TikTokQuellenstand:
- Saferinternet.at: Was ist TikTok?Quellenstand:
- YouTube-Hilfe: Teenagerkonto mit ElternaufsichtQuellenstand:
- YouTube-Hilfe: Teenagerkonto mit Elternaufsicht einrichtenQuellenstand:
- EU-Kommission: Leitlinien zum Schutz Minderjähriger nach dem DSAQuellenstand:
- Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz: Digital Services Act wird EU-weit voll wirksamQuellenstand:
- Jugend und Medien: Soziale NetzwerkeQuellenstand:



