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Altersfreigabe bei Games: USK und PEGI richtig lesen

Auf Spielhüllen und in Online-Stores steht eine Zahl, bei der USK von 0 bis 18, bei PEGI von 3 bis 18. Sie zeigt, ab welchem Alter ein Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist. Hier liest du, was Zahlen und Hinweise bedeuten, was in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt und was zu deinem Kind passt.

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Stapel unbedruckter Spielehüllen neben einem Controller, eine erwachsene Hand hält eine Hülle hoch und prüft sie.
KI-generiertes Bild; kein realer Vorfall und keine echte Benutzeroberfläche.
Für wen
Eltern und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen
Zeitbedarf
15 Minuten
Schwierigkeit
leicht
Du brauchst
Spielhülle oder Store-Seite, Titelsuche von USK oder PEGI
Gilt für
DE (USK), AT (Regeln der Bundesländer), CH (eigenes Recht)

Das Wichtigste zuerst

  • Die Zahl auf dem USK- oder PEGI-Kennzeichen sagt, ab welchem Alter ein Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist, nicht ob es pädagogisch passt oder zu schwer ist.
  • Lies vor dem Kauf auch die Hinweise daneben, etwa zu Gewalt, In-Game-Käufen oder Chats.
  • GTA VI hat bei der USK «Keine Jugendfreigabe», ist also erst ab 18.

Was bedeuten die Zahlen bei USK und PEGI?

In Deutschland vergibt die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) fünf farbige Alterskennzeichen nach § 14 Jugendschutzgesetz. PEGI (Pan European Game Information) ist das europäische System und stuft Spiele laut eigenen Angaben in 38 Ländern ein.

Beide beantworten dieselbe Frage: Ab welchem Alter beeinträchtigt ein Spiel die Entwicklung nicht? Laut USK sagen die Kennzeichen nichts über die pädagogische Eignung. PEGI bewertet nach eigener Aussage die Alterseignung, nicht den Schwierigkeitsgrad.

USK und PEGI im Vergleich: was die Kriterien je Stufe zulassen
StufeUSK (Deutschland)PEGI (Europa)
0 bzw. 3Keine bedenkliche Gewalt, nichts nachhaltig Ängstigendes; keine Aussage zur Eignung für VorschulkinderNichts, was kleine Kinder ängstigt, keine Schimpfwörter, höchstens sehr milde, komische Gewalt
6 bzw. 7Spannender, kurze Spannungsmomente; Gegner märchenhaft oder abstraktSzenen oder Geräusche, die jüngeren Kindern Angst machen können; nur sehr milde, unrealistische Gewalt
12Häufiger kampfbetont, in historischer, comicartiger, futuristischer oder mystischer HandlungDeutlichere Gewalt gegen Fantasiefiguren, sexuelle Anspielungen, milde Schimpfwörter
16Gewalt kann stärker im Vordergrund stehen; richtet sich nicht mehr an KinderWirklichkeitsnahe Gewalt oder Sexualität; derbere Sprache, Tabak, Alkohol oder Drogen möglich
18«Keine Jugendfreigabe»: nur für Erwachsene, oft drastische GewaltGrobe Gewalt, Gewalt gegen Wehrlose, Verherrlichung illegaler Drogen, explizite Sexualität

Was sagen die Hinweise neben dem Kennzeichen?

Seit Januar 2023 nennt die USK bei neu eingestuften Spielen die wichtigsten Gründe für die Freigabe: Inhaltsrisiken im Spiel selbst und Nutzungsrisiken durch Zusatzfunktionen. Beispiele sind «Fantasy-Gewalt», «Horror», «Druck zum Vielspielen», «Erhöhte Kaufanreize» oder «Kontaktrisiken». Die Hinweise stehen auf der Verpackungsrückseite, in der Titeldatenbank der USK und in Stores mit dem internationalen IARC-System.

Hinweise zu Online-Funktionen bei der USK

  • In-Game-Käufe: Zusatzinhalte, Spielwährung, Abos oder Upgrades gegen echtes Geld.
  • In-Game-Käufe mit zufälligen Objekten: Dein Kind bezahlt, ohne zu wissen, was es bekommt, etwa bei Lootboxen.
  • Chats: Das Spiel erlaubt Kommunikation mit anderen.
  • Standortweitergabe: Das Spiel kann den Standort weitergeben.

Solche Funktionen können die Freigabe erhöhen, je nachdem, wie sie umgesetzt sind und welche Schutzeinstellungen das Spiel bietet.

PEGI zeigt Symbole für Gewalt, Schimpfwörter, Angst, Drogen, Sex, Diskriminierung, Glücksspiel und In-Game-Käufe. Ab Juni 2026 berücksichtigt PEGI laut dem Branchenverband Video Games Europe auch «interaktive Risiken»: optionale Käufe, bezahlte Zufallsobjekte, Druck zu festen Spielzeiten und uneingeschränkte Online-Kommunikation. Sie können automatisch zu einer höheren Stufe führen.

Für Lootboxen, Kartenpakete oder Glücksräder gegen Geld verlangt der PEGI-Verhaltenskodex, dass Anbieter vor dem Kauf die Wahrscheinlichkeit jedes Objekts nennen und klarstellen, dass solche Käufe zum Spielen nie nötig sind.

Was gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

In Deutschland regelt der Staat über die USK-Kennzeichen, ob ein Spiel Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit abgegeben werden darf. Ein Spiel ab 12 darf also keinem 10-jährigen Kind verkauft werden. Was Eltern zu Hause erlauben, regelt der Staat damit grundsätzlich nicht.

Länderbox: Welches Kennzeichen gilt wo? (Stand: 18. Oktober 2026)
LandKennzeichen und RechtslageWas das bedeutetWeitere Hilfe
DeutschlandUSK nach § 14 JugendschutzgesetzHandel darf nicht an jüngere Kinder abgeben; Bussgeld bis 50 000 EuroTiteldatenbank und Elternratgeber der USK
ÖsterreichRegelt jedes Bundesland; in Wien und Kärnten ist ein PEGI-Kennzeichen PflichtUSK nicht verbindlich, aber oft aufgedruckt; bei zwei Kennzeichen an der höheren Stufe orientierenSaferinternet.at, BuPP mit pädagogischen Spielempfehlungen
SchweizPEGI; Jugendschutzgesetz für Film und Videospiele (JSFVG)Das Gesetz verlangt die Angabe des Mindestalters und Alterskontrollen; voll in Kraft voraussichtlich 2027Plattform Jugend und Medien

Schweiz: eigenes Jugendschutzgesetz

Das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVG) wurde am 30. September 2022 beschlossen. Es verpflichtet Anbieter, das Mindestalter anzugeben und das Alter zu kontrollieren; Abrufdienste müssen zudem eine elterliche Kontrolle anbieten. Vollständig in Kraft treten soll es laut Jugend und Medien voraussichtlich 2027.

Wo prüfst du die Freigabe vor dem Kauf?

  1. Sieh auf der Hülle oder Store-Seite nach Kennzeichen und Hinweisen. Online-Stores, die an das internationale IARC-System angeschlossen sind, zeigen sie direkt beim Spiel an.
  2. Such den Titel in der Titeldatenbank auf usk.de oder in der Spielesuche auf pegi.info. Die USK-Datenbank führt Einträge je Plattform und nennt bei neueren Titeln Gründe und Nutzungshinweise.
  3. Fehlt ein Kennzeichen, heisst das nicht, dass das Spiel harmlos ist.

Beispiel GTA VI

In der USK-Datenbank ist «Grand Theft Auto VI» für die PlayStation 5 mit «Keine Jugendfreigabe» eingetragen, geprüft am 13. Oktober 2026. Gründe: «Drastische Gewalt», «Drogen» und «Kriminelle Rollenbilder»; Hinweis zur Nutzung: «In-Game-Käufe». Im deutschen Handel bekommen das Spiel nur Erwachsene.

Sternebewertungen im Store ersetzen diese Prüfung nicht, siehe Viele Sterne, wenig Aussage: Bewertungen sinnvoll lesen.

Passt das Spiel zu deinem Kind?

Die Freigabe ist eine Untergrenze, keine Empfehlung. Saferinternet.at weist darauf hin, dass Spiele mit 3 oder 7 für Kinder dieses Alters oft zu komplex sind. Diese Fragen helfen:

  • Welche der genannten Gründe sind für dein Kind ein Thema?
  • Gibt es Chats? Dann kläre mit deinem Kind, mit wem es spielen darf und wie es Personen blockiert oder meldet.
  • Gibt es Käufe oder Zufallsobjekte? Dann vereinbare, ob und wie viel Geld dein Kind ausgeben darf.

Lass dir das Spiel zeigen oder spiel eine Runde mit. Die Plattform Jugend und Medien rät, mitzuspielen, klare Regeln zu vereinbaren und Kinder zu begleiten. Pädagogische Einschätzungen bietet in Österreich die Bundesstelle BuPP mit einer Datenbank, die sich nach Alter und Plattform filtern lässt.

Käufe lassen sich auf Smartphones und Tablets in den Einstellungen deaktivieren, auf Konsolen oft blockieren oder mit Passwort schützen. Wie das an der Konsole geht, zeigt Spielkonsole zu Weihnachten: Kindersicherung und Ausgaben regeln, fürs Handy Erstes Smartphone fürs Kind: Alter, Abmachungen, Einstellungen.

Ein Beispiel: Sabine prüft ein Spiel ab 12

Fiktives Beispiel: Sabine aus Graz möchte ihrem Sohn Elias zum 12. Geburtstag ein Abenteuerspiel schenken, das viele in seiner Klasse spielen. Auf der Hülle stehen PEGI 12 und USK 12. In der USK-Datenbank findet sie als Gründe «Fantasy-Gewalt» und «Druck zum Vielspielen», dazu die Hinweise «Chats» und «In-Game-Käufe mit zufälligen Objekten».

Ein kurzes Spielvideo zeigt ihr, dass die Kämpfe comicartig wirken. Zufallskäufe und Chat bespricht sie mit Elias. Sie einigen sich: kein Geld für Lootboxen, Chat nur mit Freunden aus der Klasse. Die Jugendschutzeinstellungen richten sie gemeinsam ein.

Häufige Fehler

  • Die Zahl als Empfehlung oder Schwierigkeitsgrad lesen: Ein Spiel ab 6 kann für ein sechsjähriges Kind zu komplex sein.
  • Nur die Zahl beachten und die Hinweise zu Käufen und Chats übersehen.
  • Ein fehlendes Kennzeichen im Store als «für alle geeignet» deuten.
  • Jugendschutzeinstellungen einmal setzen und nie anpassen, obwohl das Kind älter wird.

Deine Checkliste

Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.

Häufige Fragen

Ab wie viel Jahren ist GTA 6?

Die USK hat «Grand Theft Auto VI» für die PlayStation 5 am 13. Oktober 2026 mit «Keine Jugendfreigabe» eingestuft. Das Spiel ist nur für Erwachsene; der Handel in Deutschland darf es nicht an Minderjährige abgeben. Gründe sind drastische Gewalt, Drogen und kriminelle Rollenbilder, dazu kommen In-Game-Käufe. Die PEGI-Einstufung findest du auf pegi.info.

Darf mein Kind zu Hause ein Spiel ab 16 spielen?

Das Jugendschutzgesetz regelt in Deutschland die Abgabe in der Öffentlichkeit, nicht was Eltern zu Hause erlauben. Die USK rät trotzdem, nur Spiele mit passender Freigabe spielen zu lassen: Nur dann ist sicher, dass das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist. Die Entscheidung liegt bei dir.

Warum hat ein Spiel bei USK und PEGI unterschiedliche Stufen?

USK und PEGI sind zwei Systeme mit eigenen Kriterien und teils eigenen Stufen: 0 und 6 bei der USK, 3 und 7 bei PEGI. Auch Online-Funktionen bewerten sie in eigenen Verfahren. Stehen beide Kennzeichen auf einem Spiel, empfiehlt Saferinternet.at für Österreich, sich an der höheren Stufe zu orientieren. Das ist auch zu Hause eine gute Faustregel.

Was sind «In-Game-Käufe mit zufälligen Objekten»?

Gemeint sind Käufe, bei denen man vorher nicht weiss, was man bekommt, etwa Lootboxen oder Kartenpakete. Laut PEGI-Verhaltenskodex müssen Anbieter vor dem Kauf die Wahrscheinlichkeit jedes Objekts nennen. Die Plattform Jugend und Medien rät bei Lootboxen mit Glücksspielcharakter zur Vorsicht. Am einfachsten sperrst du solche Käufe in den Jugendschutzeinstellungen.

Quellen und weiterführende Informationen

Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.

  1. USK: Die USK-Alterskennzeichen und ZusatzhinweiseQuellenstand:
  2. USK: Welche Alterskennzeichen gibt es?Quellenstand:
  3. USK: Was bewirken die Kennzeichen?Quellenstand:
  4. USK-Titeldatenbank: Grand Theft Auto VI (PlayStation 5)Quellenstand:
  5. PEGI: Altersstufen und InhaltsdeskriptorenQuellenstand:
  6. PEGI: Verhaltenskodex (englisch)Quellenstand:
  7. Video Games Europe: PEGI und die neuen interaktiven Risiken ab Juni 2026 (englisch)Quellenstand:
  8. Saferinternet.at: Was bedeuten die PEGI- und USK-Kennzeichen?Quellenstand:
  9. Jugend und Medien: GamesQuellenstand:
  10. Bundesamt für Sozialversicherungen: Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele (JSFVG)Quellenstand: