Warum genügt der Gerätecode allein nicht?
Der Gerätecode schützt dein Handy, solange niemand sonst ihn kennt. Wer ihn beim Entsperren beobachtet und danach das Gerät stiehlt, hält den wichtigsten Schlüssel in der Hand. Genau für diesen Fall hat Apple den «Schutz für gestohlene Geräte» entwickelt: Er soll verhindern, dass jemand mit gestohlenem iPhone und bekanntem Code wichtige Änderungen an Gerät und Apple Account vornimmt. Android bündelt ähnliche Funktionen unter «Diebstahlschutz».
Diese Funktionen ergänzen einen guten Code, sie ersetzen ihn nicht. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, beim Eintippen für Sichtschutz zu sorgen; eine Mustersperre ist laut BSI bequemer, aber weniger sicher. Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt einen langen, zufälligen PIN-Code ohne Geburtsdatum oder Postleitzahl und eine automatische Sperre nach möglichst kurzer Zeit, etwa 30 Sekunden.
Tipp: Entsperre unterwegs, wenn möglich, mit Gesicht oder Fingerabdruck. Dann tippst du den Code seltener vor anderen Leuten ein.
Was leistet der «Schutz für gestohlene Geräte» am iPhone?
Die Funktion gibt es ab iOS 17.3. Sie greift, wenn dein iPhone nicht an einem vertrauten Ort ist. Das sind laut Apple in der Regel dein Zuhause, dein Arbeitsplatz und andere Orte, an denen du das iPhone regelmässig nutzt. Ausserhalb davon gelten zwei Schutzstufen:
- Nur mit Face ID oder Touch ID, ohne Code als Ersatz: gespeicherte Passwörter und Passkeys im Schlüsselbund verwenden, in Safari gespeicherte Zahlungsmethoden nutzen, den Modus «Verloren» deaktivieren, alle Inhalte und Einstellungen löschen, ein neues Gerät einrichten sowie eine eSIM einrichten oder übertragen.
- Eine Stunde Sicherheitsverzögerung: für das Ändern des Apple Account-Passworts und der Sicherheitseinstellungen des Accounts, das Abmelden, das Ändern des Gerätecodes, das Hinzufügen oder Entfernen von Face ID oder Touch ID und das Ausschalten des Schutzes. Du bestätigst mit Face ID oder Touch ID, wartest eine Stunde und bestätigst noch einmal.
Erkennt das iPhone in der Zwischenzeit einen vertrauten Ort, kann es die Verzögerung vorzeitig beenden. Für Einkäufe mit Apple Pay kannst du deinen Code weiterhin verwenden. Voraussetzungen sind die Zwei-Faktor-Authentifizierung für deinen Apple Account, ein Gerätecode, Face ID oder Touch ID sowie eingeschaltete «Wichtige Orte» in den Ortungsdiensten. Auch «Wo ist?» muss aktiv sein; solange der Schutz läuft, lässt es sich nicht ausschalten.
iPhone (ab iOS 17.3)
- Öffne Einstellungen › Face ID & Code (bei Geräten mit Touch ID: Touch ID & Code).
- Gib deinen Gerätecode ein.
- Tippe auf «Schutz für gestohlene Geräte» und aktiviere den Schutz für gestohlene Geräte.
- Optional: Wähle unter «Sicherheitsverzögerung erforderlich» die Option «Immer». Dann gelten die Regeln auch an vertrauten Orten.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Laut Apple ist der Schutz möglicherweise schon standardmässig aktiviert. Ein Blick in die Einstellungen zeigt dir, ob das bei dir so ist. Er muss aktiv sein, bevor das iPhone verloren geht oder gestohlen wird.
Tipp: Vor einem Verkauf oder einer Weitergabe empfiehlt Apple, den Schutz auszuschalten. Mach das zu Hause, sonst startet auch dafür die Verzögerung. Die übrigen Schritte stehen in Altes Handy weitergeben: erst sichern, dann richtig abmelden.
Welche Diebstahlschutz-Funktionen hat Android?
Bei Android stellt Google die Funktionen über die Google-Dienste bereit. Laut Google-Hilfe funktionieren einige Schritte erst ab Android 10, andere erst ab Android 15. Geräte mit Android Go werden nicht unterstützt, und je nach Modell kann der Umfang abweichen. Voraussetzung ist eine Displaysperre.
- Diebstahl-Displaysperre: Sie erkennt mithilfe von KI, Bewegungssensoren, WLAN und Bluetooth, wenn dir jemand das Gerät unerwartet wegnimmt, und sperrt dann das Display.
- Offline-Gerätesperre: Sie sperrt das Display, wenn das Gerät eine Zeit lang offline genutzt wird, etwa weil jemand die Verbindung trennt, um «Mein Gerät finden» zu umgehen.
- Identitätsüberprüfung: Ausserhalb vertrauenswürdiger Orte verlangt sie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, zum Beispiel für gespeicherte Passwörter, das Ändern der Displaysperre, das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen oder das Ausschalten von «Mein Gerät finden». Sie ist nur auf bestimmten Geräten verfügbar.
- Sperren per Fernzugriff: Damit sperrst du das Display über android.com/lock mit deiner bestätigten Telefonnummer, höchstens zweimal innerhalb von 24 Stunden.
Android: Diebstahl-Displaysperre, Offline-Gerätesperre, Identitätsüberprüfung
- Öffne auf deinem Gerät die Einstellungen.
- Tippe auf Google › Alle Dienste › Diebstahlschutz.
- Aktiviere die Option «Diebstahl-Displaysperre». Ist sie ausgegraut, unterstützt dein Gerät die Funktion nicht.
- Aktiviere die Option «Offline-Gerätesperre».
- Falls vorhanden: Tippe auf «Identitätsüberprüfung», melde dich in einem Google-Konto an, richte Displaysperre und biometrische Verfahren ein, füge vertrauenswürdige Orte hinzu, bestätige deine Telefonnummer und tippe auf «Fertig».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Android: Sperren per Fernzugriff
- Öffne die Einstellungen und tippe auf Google › Alle Dienste.
- Tippe unter «Persönliche Sicherheit & Gerätesicherheit» auf «Diebstahlschutz».
- Tippe auf «Sperren per Fernzugriff» und aktiviere die Option «Sperren per Fernzugriff».
- Ist deine Nummer nicht bestätigt, tippe auf «Nummer bestätigen» und aktiviere «Telefonnummer(n) automatisch bestätigen».
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com
Tipp: Je nach Hersteller sehen Menüs anders aus. Findest du den Eintrag nicht, nutze die Suche in den Einstellungen.
Was bereitest du zusätzlich vor?
- SIM-PIN: Das BSI rät, die SIM-PIN stets aktiviert zu lassen. Laut Google haben einige Mobilfunkanbieter eine öffentlich zugängliche Standard-PIN. Nutzt du noch eine solche PIN, ändere sie in eine eigene.
- Notfallkarte: Das BSI empfiehlt, Rufnummer, Handy-Marke, IMEI, SIM-Kartennummer, Mobilfunkanbieter und dessen Hotline zu notieren. Die IMEI zeigt dein Handy nach Eingabe von *#06# an. Bewahre die Karte getrennt vom Handy auf.
- Datensicherung: Das BACS empfiehlt, die Daten regelmässig zu sichern, etwa in der Cloud, am PC oder auf einem externen Datenträger.
- Zugang ohne Handy: Kläre, wie du ohne dein Handy in dein E-Mail-, Apple- oder Google-Konto kommst. Wie du Ersatzcodes aufbewahrst, zeigt Wiederherstellungscodes sicher ablegen und wiederfinden.
Wie du Notfallnummern und Ersatzwege sammelst, beschreibt Handy weg: den Notfallweg vorbereiten, solange es noch da ist. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Schutzfunktionen im Gerät.
Welche Funktion hilft in welchem Moment?
| Situation | iPhone | Android |
|---|---|---|
| Jemand reisst dir das entsperrte Handy aus der Hand | Automatische Sperre möglichst kurz einstellen | Diebstahl-Displaysperre |
| Jemand trennt das Handy vom Netz oder will die Ortung ausschalten | «Wo ist?» bleibt eingeschaltet, solange der Schutz aktiv ist | Offline-Gerätesperre, Identitätsüberprüfung |
| Jemand kennt deinen Code und will Passwörter nutzen oder ändern | Face ID oder Touch ID, für Kontoänderungen eine Stunde Verzögerung | Identitätsüberprüfung |
| Du merkst, dass das Handy weg ist | Über iCloud.com/find als verloren markieren | Über android.com/lock sperren |
Und wenn das Handy trotzdem gestohlen wird?
Sperre zuerst das Gerät aus der Ferne. Das BSI empfiehlt, die SIM-Karte erst danach beim Anbieter sperren zu lassen. Entferne ein gestohlenes iPhone nicht aus «Wo ist?», denn damit hebst du die Aktivierungssperre auf. Apple kontaktiert dich nie, um mitzuteilen, dass dein iPhone gefunden wurde: Sei vorsichtig bei Phishing-Nachrichten und angeblichen Support-Anrufen. Melde den Diebstahl der Polizei und ändere die Passwörter wichtiger verbundener Konten. Die Schritte im Einzelnen stehen in Handy verloren: sperren, Ersatzwege nutzen und Kontakte ordnen.
| Land | Wen informieren | Was du bereithältst | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Mobilfunkanbieter, Polizei | Rufnummer, SIM-Kartennummer, Kundennummer oder Kundenkennwort, IMEI | Findest du die Nummer deines Anbieters nicht, hilft die Sperr-Hotline 116 116 (aus dem Ausland +49 30 4050 4050). |
| Österreich | Netzbetreiber, Polizei | IMEI, getrennt vom Handy aufbewahrt | Für die Identifizierung des Handys ist die IMEI wichtig; Wertkartenhandys beim Netzbetreiber registrieren. |
| Schweiz | Polizei, Mobilfunkanbieter | IMEI, Liste der verbundenen Konten | Das BACS schildert einen Fall, in dem die Täter das Opfer unter Drohungen aufforderten, das gesperrte Handy zu entsperren. |
Ein Beispiel: Reto sichert sein Handy fürs Pendeln
Fiktives Beispiel: Reto aus Luzern pendelt täglich mit dem Zug nach Zürich und entsperrt sein iPhone auf dem vollen Perron oft mit dem Code. Eines Abends prüft er seine Einstellungen: Der «Schutz für gestohlene Geräte» ist bereits aktiviert. Er wählt einen längeren Code, ändert die Standard-PIN seiner SIM-Karte und schreibt die IMEI auf eine Notfallkarte, die zu Hause im Ordner liegt. Seine Partnerin Mia aktiviert an ihrem Android-Handy Diebstahl-Displaysperre und Offline-Gerätesperre; die Identitätsüberprüfung bietet ihr Modell nicht an.
Zwei Wochen später will Reto im Zug sein Apple Account-Passwort ändern. Das iPhone verlangt Face ID und kündigt eine Stunde Wartezeit an. Reto versteht: Genau das würde einen Dieb mit beobachtetem Code ausbremsen. Er erledigt die Änderung am Abend zu Hause.
Häufige Fehler
- Den Schutz erst einschalten wollen, wenn das Handy schon weg ist: Er wirkt nur, wenn er vorher aktiv war.
- Den Code im Gedränge offen eintippen oder eine einfache Zahlenfolge wie das Geburtsdatum verwenden.
- Die Standard-PIN der SIM-Karte behalten, die der Anbieter mitgeliefert hat.
- Ein gestohlenes iPhone aus «Wo ist?» entfernen, weil eine Nachricht oder ein angeblicher Support-Anruf das verlangt.
- Vor dem Verkauf vergessen, den Schutz auszuschalten, und dann unterwegs auf die Verzögerung warten.
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Häufige Fragen
Ist der Schutz für gestohlene Geräte automatisch eingeschaltet?
Apple schreibt, dass der Schutz möglicherweise standardmässig aktiviert ist. Verlass dich nicht darauf, sondern sieh unter Einstellungen › Face ID & Code beziehungsweise Touch ID & Code nach. Die Funktion gibt es ab iOS 17.3. Ausserdem brauchst du die Zwei-Faktor-Authentifizierung für deinen Apple Account und eingeschaltete «Wichtige Orte» sowie «Wo ist?».
Warum fragt mein iPhone zu Hause nicht nach Face ID?
Standardmässig gelten die strengeren Regeln nur ausserhalb vertrauter Orte wie Zuhause oder Arbeitsplatz. Willst du den Schutz überall, wählst du unter «Sicherheitsverzögerung erforderlich» die Option «Immer». Nach einem Wechsel auf ein neues iPhone bleibt die Einstellung laut Apple erhalten, es kann aber eine Weile dauern, bis das Gerät deine vertrauten Orte erkennt.
Funktioniert der Android-Diebstahlschutz auf jedem Handy?
Nein. Geräte mit Android Go unterstützt Google nicht, und einige Schritte funktionieren erst ab Android 10 oder Android 15. Die Identitätsüberprüfung gibt es nur auf bestimmten Geräten. Ist der Schalter für die Diebstahl-Displaysperre ausgegraut, unterstützt dein Gerät diese Funktion nicht. Je nach Hersteller sehen die Menüs ausserdem anders aus.
Wozu brauche ich die IMEI?
Die IMEI ist die 15-stellige Seriennummer deines Handys; du siehst sie, wenn du *#06# eintippst. Laut Verbraucherzentrale braucht die Polizei sie, wenn du dein Smartphone als gestohlen meldest. Das BSI rät, sie vorab zu notieren, weil sie als Eigentumsbeweis gilt. Bewahre sie deshalb getrennt vom Handy auf.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Apple Support: Schutz für gestohlene Geräte für das iPhoneQuellenstand:
- Apple Support: Wenn dein iPhone oder iPad gestohlen wurdeQuellenstand:
- Android-Hilfe: Ihre privaten Daten vor Diebstahl schützenQuellenstand:
- BSI: Smartphone und Tablet effektiv schützenQuellenstand:
- BSI: Handyverlust – das ist zu tunQuellenstand:
- Verbraucherzentrale: Handy verloren oder gestohlen – sperren lassen, Anzeige erstattenQuellenstand:
- oesterreich.gv.at: HandydiebstahlQuellenstand:
- BACS: Sichern Sie Ihr Smartphone, damit bei einem Diebstahl keine Daten abfliessenQuellenstand:



