In welcher Reihenfolge gehst du vor?
Die Reihenfolge hat einen Grund. Unter Windows entscheidet das Konto mit, ob die Verschlüsselung von selbst startet und wo der Wiederherstellungsschlüssel landet. Updates schliessen bekannte Lücken, bevor du eigene Daten und Programme aufspielst. Aufräumen kommt zuletzt, wenn du siehst, was wirklich auf dem Gerät ist.
Tipp: Richte den Laptop zu Hause ein und nicht unterwegs. Dort hast du Zeit für grosse Updates und deine Zugangsdaten und Unterlagen griffbereit.
Welches Konto richtest du ein?
Für Windows 11 Home und Windows 11 Pro bei privater Nutzung nennt Microsoft eine Internetverbindung und ein Microsoft-Konto als Voraussetzung für die Ersteinrichtung. Nimm dafür dein eigenes Konto, nicht das eines Familienmitglieds und keine Adresse, auf die du später vielleicht keinen Zugriff mehr hast. An diesem Konto hängt unter Windows auch der Wiederherstellungsschlüssel für die Verschlüsselung. Es verdient deshalb denselben Schutz wie dein E-Mail-Postfach; wie du dabei vorgehst, zeigt Das wichtigste Konto zuerst: dein E-Mail-Zugang als Schlüssel.
Das BSI empfiehlt, dass jede Person, die den Laptop mitbenutzt, ein eigenes, passwortgeschütztes Konto bekommt. So bleiben private Daten getrennt, und niemand löscht aus Versehen Dateien anderer. Für den Alltag rät das BSI zu einem Konto mit eingeschränkten Rechten. Das Administratorkonto brauchst du nur für tiefgreifende Änderungen am System oder um neue Programme zu installieren. Der Grund: Gelangt Schadsoftware auf den Rechner, kann sie mit Administratorrechten tiefer ins System eingreifen.
Die nächsten Schritte erledigst du trotzdem als Administrator, denn nur so lassen sich die Geräteverschlüsselung unter Windows und FileVault auf dem Mac einrichten. Ein Alltagskonto ohne diese Rechte legst du am Schluss an.
Ist dein Laptop verschlüsselt?
Verschlüsselung schützt deine Daten, wenn der Laptop verloren geht oder gestohlen wird. Die österreichische Plattform Onlinesicherheit erklärt, warum: Unverschlüsselte Datenträger können ausgebaut und die Daten darauf ausgelesen werden. Windows und macOS bringen eigene Werkzeuge mit, unter Windows BitLocker und die Geräteverschlüsselung, auf dem Mac FileVault.
Unter Windows wird die Geräteverschlüsselung laut Microsoft aktiviert, wenn du dich zum ersten Mal mit einem Microsoft-Konto anmeldest und das Gerät die technischen Voraussetzungen erfüllt. Mit einem lokalen Konto geschieht das nicht automatisch. Die Geräteverschlüsselung gibt es auch unter Windows Home. BitLocker steht in den Editionen Pro, Enterprise und Education zur Verfügung.
Auf einem Mac mit Apple-Chip oder T2-Sicherheitschip werden die Daten laut Apple automatisch verschlüsselt. FileVault ergänzt das: Ohne dein Anmeldepasswort kann dann niemand die Daten entschlüsseln oder darauf zugreifen.
| Ausgangslage | Was passiert | Was du tust |
|---|---|---|
| Windows 11, eingerichtet mit Microsoft-Konto | Geräteverschlüsselung startet bei der ersten Anmeldung, wenn das Gerät sie unterstützt; der Wiederherstellungsschlüssel wird an das Konto angehängt | Status prüfen, Schlüssel im Konto suchen, eine zweite Kopie getrennt ablegen |
| Windows 11 mit lokalem Konto | Keine automatische Geräteverschlüsselung | Verschlüsselung selbst einschalten und den Schlüssel sichern |
| Mac mit Apple-Chip oder T2-Chip | Daten automatisch verschlüsselt | FileVault einschalten (Administrator nötig) und Entsperrweg wählen |
Windows 11: Geräteverschlüsselung prüfen
- Melde dich mit einem Konto an, das Administratorrechte hat.
- Öffne die Einstellungen und dort den Bereich für Datenschutz und Sicherheit.
- Wähle «Geräteverschlüsselung».
- Ist die Geräteverschlüsselung ausgeschaltet, schalte sie mit dem Schalter ein.
- Fehlt der Eintrag «Geräteverschlüsselung», ist die Funktion auf deinem Gerät nicht verfügbar oder du bist mit einem Standardkonto angemeldet.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.microsoft.com
Mac: FileVault einschalten
- Melde dich als Administrator an.
- Öffne die Systemeinstellungen und klicke in der Seitenleiste auf den Bereich für Datenschutz und Sicherheit.
- Klicke auf «FileVault» und aktiviere FileVault. Eventuell fragt der Mac nach deinem Passwort.
- Wähle, ob du das Laufwerk mit deinem iCloud-Account entsperren kannst oder ob ein Wiederherstellungsschlüssel erstellt wird.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
Wo bewahrst du den Wiederherstellungsschlüssel auf?
Kann BitLocker das Laufwerk beim Start nicht automatisch entsperren, etwa nach einer Änderung an der Hardware oder wegen eines Sicherheitsrisikos, fragt Windows nach dem Wiederherstellungsschlüssel. Das ist eine 48-stellige Nummer. Hast du den Laptop mit einem Microsoft-Konto eingerichtet, findest du sie auf einem anderen Gerät unter aka.ms/myrecoverykey, nachdem du dich mit diesem Konto angemeldet hast.
Microsoft nennt neben dem Konto weitere Ablageorte: einen USB-Stick, eine Datei oder einen Ausdruck. Die Datei darf nicht auf dem verschlüsselten Laufwerk selbst liegen, und USB-Stick oder Ausdruck bewahrst du nicht zusammen mit dem Computer auf.
Auf dem Mac wählst du beim Einschalten von FileVault, ob du das Laufwerk mit deinem iCloud-Account entsperren kannst oder ob ein Wiederherstellungsschlüssel erstellt wird. Apple warnt: Vergisst du dein Anmeldepasswort, kannst es nicht zurücksetzen und hast auch den Wiederherstellungsschlüssel nicht mehr, kannst du dich nicht mehr anmelden, und deine Dateien und Einstellungen sind dauerhaft verloren. Bewahre den Schlüssel deshalb an einem sicheren Ort ausserhalb des Mac auf.
Tipp: Wie du solche Schlüssel und Codes so ablegst, dass du sie auch in ein paar Jahren wiederfindest, zeigt Wiederherstellungscodes sicher ablegen und wiederfinden.
Wie bringst du das System auf den neuesten Stand?
Zwischen Herstellung und erstem Einschalten können bereits Updates erschienen sein. Das BSI rät, Updates sofort oder zeitnah nach ihrer Veröffentlichung zu installieren, für das Betriebssystem ebenso wie für den Browser und seine Erweiterungen, bestenfalls automatisiert.
Windows 11: Updates installieren
- Öffne über das Startmenü die Einstellungen und wähle «Windows Update».
- Wähle «Nach Windows-Updates suchen».
- Sind Updates verfügbar, wähle «Herunterladen & Installieren».
- Fordert Windows dich dazu auf, starte das Gerät neu, damit die Updates angewendet werden.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.microsoft.com
Mac: macOS aktualisieren
- Wähle Apple-Menü › Systemeinstellungen › Allgemein › Softwareupdate.
- Wird ein Update angezeigt, installiere es über die Schaltfläche daneben.
- In den Einstellungen von Softwareupdate legst du fest, ob dein Mac Updates automatisch lädt oder installiert.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com
macOS-Updates bringen laut Apple auch neue Versionen der integrierten Apps wie Safari, Notizen, Nachrichten und Apple Music. Woran du echte Update-Hinweise von gefälschten Pop-ups im Browser unterscheidest, erklärt Updates erledigen, ohne von einem Pop-up getäuscht zu werden.
Tipp: Suche nach dem Neustart noch einmal nach Updates, bis keine neuen mehr erscheinen. Erst dann kopierst du deine Daten auf den Laptop.
Welche vorinstallierten Programme kannst du entfernen?
Schau dir an, was ab Werk installiert ist. Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit BACS rät, nur die Programme und Apps zu installieren, die du wirklich brauchst, und sie immer aus offiziellen Quellen zu laden. Was nicht auf dem Laptop ist, musst du auch nicht aktuell halten.
Geh dabei mit Bedacht vor. Microsoft weist darauf hin, dass einige Apps und Programme in Windows integriert sind und sich nicht deinstallieren lassen. Manche lassen sich derzeit auch nicht über die Einstellungen entfernen, sondern nur über die Systemsteuerung. Bei einem Programm mit unbekanntem Namen klärst du zuerst auf der Supportseite des Laptopherstellers, ob du es für dein Gerät brauchst.
Windows 11: App deinstallieren
- Wähle Start › Einstellungen › Apps › Installierte Apps.
- Suche die App, die du entfernen möchtest, und wähle Mehr › Deinstallieren.
Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.microsoft.com
Was raten die offiziellen Stellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Die Schritte am Gerät sind überall dieselben. Die offiziellen Stellen setzen eigene Schwerpunkte und ergänzen die erste Stunde um Bildschirmsperre, Firewall und Backup.
| Land | Stelle | Schwerpunkt für dein neues Gerät |
|---|---|---|
| Deutschland | Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) | Eigenes Konto für jede Person, im Alltag ohne Administratorrechte arbeiten; Updates sofort oder zeitnah, bestenfalls automatisch |
| Österreich | Onlinesicherheit.gv.at (Bundeskanzleramt und A-SIT) | Bildschirmsperre aktivieren, bevor du den Platz verlässt; Daten mit BitLocker oder FileVault verschlüsseln; regelmässige Backups gegen Datenverlust |
| Schweiz | Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) | Sicherheitsupdates automatisch installieren lassen, eingebaute Firewall vor der ersten Verbindung einschalten, nur benötigte Programme aus offiziellen Quellen; Kampagne S-U-P-E-R.ch zu Updates und Virenschutz |
Ein erstes Backup legst du am besten an, sobald deine Daten auf dem neuen Gerät sind. Wie du daraus eine Routine machst, zeigt Externe Festplatte als Sicherung: eine wiederholbare Routine.
Ein Beispiel: Nadine richtet ihren Studienlaptop ein
Fiktives Beispiel: Nadine aus Winterthur hat sich für ihr Studium einen Windows-Laptop gekauft. Ihr Bruder hilft beim Auspacken und bietet an, sein Konto einzutragen. Nadine lehnt ab und meldet sich beim ersten Start mit ihrem eigenen Microsoft-Konto an.
Danach öffnet sie die Einstellungen: Die Geräteverschlüsselung ist eingeschaltet. Auf dem Handy ruft sie aka.ms/myrecoverykey auf und findet dort den 48-stelligen Schlüssel ihres neuen Geräts. Sie druckt ihn aus und legt das Blatt in den Ordner mit Garantieschein und Kaufbeleg, nicht in die Laptoptasche.
Windows Update braucht zwei Durchgänge und einen Neustart. Zwei Testversionen, die sie nicht nutzen will, deinstalliert sie. Ein Programm mit unbekanntem Namen lässt sie stehen, bis sie beim Hersteller nachgelesen hat, wozu es dient. Zum Schluss legt sie ein Alltagskonto ohne Administratorrechte an.
Häufige Fehler
- Den Wiederherstellungsschlüssel nur auf dem Laptop speichern oder den Ausdruck in der Laptoptasche aufbewahren.
- Annehmen, die Verschlüsselung laufe automatisch, obwohl der Laptop mit einem lokalen Konto eingerichtet wurde.
- Den Laptop mit dem Konto einer anderen Person einrichten oder ein Konto für die ganze Familie teilen.
- Nach der ersten Update-Runde aufhören, ohne nach dem Neustart erneut nach Updates zu suchen.
- Programme löschen, deren Zweck du nicht kennst, oder neue Programme von beliebigen Download-Seiten statt aus offiziellen Quellen laden.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Muss ich Windows 11 mit einem Microsoft-Konto einrichten?
Für Windows 11 Home und Windows 11 Pro bei privater Nutzung nennt Microsoft eine Internetverbindung und ein Microsoft-Konto als Voraussetzung für die Ersteinrichtung. Das hat einen praktischen Vorteil: Meldest du dich damit an, aktiviert Windows auf geeigneten Geräten die Geräteverschlüsselung und hängt den Wiederherstellungsschlüssel an dein Konto. Schütze dieses Konto deshalb gut, am besten mit einem zusätzlichen Anmeldeschutz.
Windows fragt nach dem Wiederherstellungsschlüssel. Was nun?
Das passiert, wenn BitLocker das Laufwerk beim Start nicht automatisch entsperren kann, etwa nach einer Änderung an der Hardware. Öffne auf einem anderen Gerät aka.ms/myrecoverykey und melde dich mit dem Microsoft-Konto an, mit dem du den Laptop eingerichtet hast. Dort suchst du die passende Schlüssel-ID und tippst die 48-stellige Nummer ein. Alternativ hilft dein Ausdruck oder USB-Stick.
Sollen alle in der Familie dasselbe Konto nutzen?
Besser nicht. Das BSI empfiehlt für jede Person ein eigenes, passwortgeschütztes Konto mit passenden Rechten. So bleiben private Daten getrennt, und niemand löscht aus Versehen wichtige Dateien anderer. Für Kinder lassen sich zusätzlich Kinderschutz-Funktionen aktivieren. Das Administratorkonto behältst du für Installationen und grössere Änderungen am System.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Microsoft Support: Geräteverschlüsselung in WindowsQuellenstand:
- Microsoft Support: Suchen Ihres BitLocker-WiederherstellungsschlüsselsQuellenstand:
- Microsoft Support: Wiederherstellungsschlüssel sichernQuellenstand:
- Microsoft: Windows 11-Spezifikationen und -SystemanforderungenQuellenstand:
- Apple Support, Mac-Benutzerhandbuch: Daten mit FileVault schützenQuellenstand:
- BSI: Ein Gerät und mehrere Benutzerkonten – Sicherheit lohnt sichQuellenstand:
- BSI: Updates, Browser & Open Source SoftwareQuellenstand:
- Onlinesicherheit.gv.at (Bundeskanzleramt, A-SIT): 9 Tipps zur Absicherung des Notebooks (6. September 2022)Quellenstand:
- Bundesamt für Cybersicherheit BACS: Medienmitteilung zur Kampagne S-U-P-E-R.ch über Updates und Virenschutz (4. April 2024)Quellenstand:
- Bundesamt für Cybersicherheit BACS (Schweiz): SchadsoftwareQuellenstand:



