Privatsphäre in sozialen Netzwerken

Personalisierte Werbung: bei Google, Apple und Meta einschränken

Du hast einmal nach Regenjacken gesucht, und seither tauchen sie in Apps, Videos und im Feed auf. Dahinter steckt personalisierte Werbung, die auf Daten über dein Verhalten beruht. Hier stellst du bei Google, Android, Apple und Meta ein, wie viel davon in die Werbung einfliesst, und verstehst die Wahl zwischen Abo und Zustimmung bei Facebook und Instagram.

eu. infopoint · Mit KI-Unterstützung erstellt · Quellen geprüft am

Smartphone auf einem Sofa zwischen zerknüllten, unbedruckten Werbeprospekten, die eine Hand zur Seite schiebt.
KI-generiertes Bild; kein realer Vorfall und keine echte Benutzeroberfläche.
Für wen
Alle mit Google-Konto, Android-Handy, iPhone oder Facebook- und Instagram-Konto
Zeitbedarf
20 bis 30 Minuten
Schwierigkeit
leicht
Du brauchst
Handy oder Computer, Zugang zu deinen Konten
Gilt für
DE, AT (EU-Recht), CH (teilweise anders)

Das Wichtigste zuerst

  • Schalte im Google-«Mein Anzeigen-Center» und auf dem iPhone unter «Apple-Werbung» die personalisierte Werbung aus und lösche auf Android die Werbe-ID.
  • In der EU wählst du zusätzlich, welche Google-Dienste Daten teilen, und bei Facebook und Instagram zwischen Abo und Varianten mit Werbung.
  • Werbung verschwindet dadurch nicht, sie passt nur weniger genau zu dir.

Was bringt es, personalisierte Werbung auszuschalten?

Personalisierte Werbung richtet sich danach, was ein Anbieter über dich weiss, etwa aus Suchanfragen, Videos oder deinem Standort. Schaltest du sie aus, siehst du weiterhin Werbung. Google wählt sie dann laut eigener Hilfe nach dem Kontext aus, zum Beispiel nach Tageszeit, Thema der besuchten Website oder deinem aktuellen Standort. Apple schreibt, die Zahl der Anzeigen sinke möglicherweise nicht, sie seien aber weniger passend.

Es hilft, drei Dinge zu unterscheiden: die Personalisierung der Anzeigen, die Zusammenführung von Daten aus mehreren Diensten eines Konzerns und das Tracking über Apps und Websites anderer Firmen. Für jedes gibt es eine eigene Einstellung.

Welche Einstellung wirkt wo?
EinstellungWoWas sie bewirkt
Personalisierte WerbungGoogle-KontoGoogle-Werbung nur nach Kontext, auf allen angemeldeten Geräten
Verknüpfte Google-DiensteGoogle-Konto, nur EUBestimmt, welche Dienste Daten austauschen
Werbe-IDAndroidNach dem Löschen erhalten Apps nur Nullen statt einer ID
Apple-WerbungiPhone, iPad, MacKeine personalisierte Werbung von Apple im App Store, in News und Aktien
TrackingiPhone, iPadApps verfolgen dich bei anderen Firmen nur mit Erlaubnis
WerbewahlFacebook, InstagramAbo ohne Werbung oder Werbung mit mehr oder weniger Daten

Wie schränkst du personalisierte Werbung bei Google ein?

Die zentrale Stelle ist das «Mein Anzeigen-Center». Die Einstellung gilt laut Google für alle Geräte, auf denen du angemeldet bist, und auch für Google-Werbung auf Partnerwebsites. Werbung anderer Anbieter bleibt unberührt.

Google-Konto: personalisierte Werbung ausschalten

  1. Öffne «Mein Anzeigen-Center» und melde dich mit deinem Google-Konto an.
  2. Wähle neben «Personalisierte Werbung» die Option «Aus».
  3. Bestätige deine Auswahl.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Dabei löscht Google deine Themen- und Markeneinstellungen. Ohne Anmeldung gilt die Einstellung nur für den Browser oder das Gerät, das du gerade nutzt. Steht in deinem Konto, dass du unter 18 bist, ist personalisierte Werbung laut Google bereits aus.

Alternative: Google-Werbung steuern statt ausschalten

  1. Öffne im «Mein Anzeigen-Center» die Seite «Werbung anpassen».
  2. Schränke im Tab «Sensible Themen» Werbung etwa zu Alkohol, Glücksspiel oder Gewichtsabnahme ein.
  3. Bei einer einzelnen Anzeige wählst du über das Dreipunkt-Menü «Anzeige blockieren».

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Eine blockierte Anzeige versucht Google laut Hilfe mindestens sechs Monate lang nicht mehr zu zeigen.

Welche Google-Dienste dürfen Daten untereinander teilen?

In der EU fragt Google aufgrund von Artikel 5 Absatz 2 des Gesetzes über digitale Märkte, welche Dienste verknüpft sein sollen: Google Suche, YouTube, Werbedienste, Google Play, Chrome, Google Shopping und Google Maps. Verknüpfte Dienste dürfen Daten austauschen, etwa um Inhalte und Werbung zu personalisieren.

Google-Konto im Browser: verknüpfte Dienste wählen (EU)

  1. Öffne dein Google-Konto und wähle links «Daten und Datenschutz».
  2. Klicke unter «Daten weitergeben» auf «Verknüpfte Google-Dienste».
  3. Wähle die Dienste, die verknüpft bleiben sollen, und klicke auf «Weiter».
  4. Klicke auf «Bestätigen» und dann auf «Fertig».

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Ohne Verknüpfung bleibst du angemeldet, aber Funktionen mit geteilten Daten fallen weg: Ohne Suche und Maps verknüpft kannst du in der Google Suche etwa keine Orte speichern. Die Verknüpfung betrifft nicht die Weitergabe an andere Firmen. Welche fremden Apps auf dein Konto zugreifen, klärst du mit Verbundene Apps prüfen.

Wie löschst du die Werbe-ID auf Android?

Android-Geräte mit Google Play haben eine Werbe-ID, die Apps für Werbung nutzen. Du kannst sie zurücksetzen oder löschen. Nach dem Löschen erhalten Apps, die sie abfragen, laut Google nur noch eine Folge von Nullen.

Android: Werbe-ID löschen

  1. Öffne die Einstellungen und tippe auf Datenschutz › Werbung.
  2. Tippe auf «Werbe-ID löschen» und bestätige.
  3. Auf einigen älteren Versionen: Datenschutz › Erweitert › Werbung, dann «Personalisierte Werbung deaktivieren» einschalten.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.google.com

Tipp: Hersteller benennen Menüs teils anders; suche sonst in den Einstellungen nach «Werbung». Welche Daten eine App überhaupt lesen darf, zeigt Berechtigungen bewusst prüfen.

Was stellst du auf dem iPhone, iPad oder Mac ein?

Apple zeigt eigene Werbung im App Store, in Apple News und in der Aktien-App. Diese Personalisierung schaltest du so aus:

iPhone, iPad und Mac: Apple-Werbung

  1. iPhone oder iPad: Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Apple-Werbung öffnen.
  2. «Personalisierte Werbung» ausschalten.
  3. Mac: Apple-Menü › Systemeinstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Apple-Werbung, dann «Personalisierte Werbung» ausschalten.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Seit iOS 14.5 müssen Apps zudem fragen, bevor sie deine Aktivitäten über Apps und Websites anderer Unternehmen verfolgen, etwa für Werbung oder zur Weitergabe an Datenhändler.

iPhone und iPad: Tracking

  1. Öffne Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Tracking.
  2. Schalte «Apps erlauben, Tracking anzufordern» aus, wenn keine App mehr fragen soll.
  3. Prüfe in der Liste darunter die Apps, die schon gefragt haben.

Menüpfad laut Herstellerhilfe, je nach Gerät und Version sind Abweichungen möglich: support.apple.com

Ist der Schalter aus, gilt jede Anfrage als «App-Tracking ablehnen». Bei Kinderaccounts und Nutzern unter 18 lässt er sich laut Apple nicht einschalten.

Meta: Abo, Zustimmung oder weniger personalisierte Werbung?

Bei Facebook und Instagram fragt Meta in Europa, wie du die Dienste nutzen willst. Die Optionen haben sich mehrmals geändert, auch wegen eines Verfahrens der EU-Kommission.

Zeitleiste Werbewahl bei Facebook und Instagram (Stand: 18. Oktober 2026)
ZeitpunktWas geschah
November 2023Meta führt in der EU «Zustimmen oder zahlen» ein: Datenkombination für Werbung oder Monatsabo ohne Werbung.
November 2024Abo wird günstiger, dazu kommt eine kostenlose Variante mit weniger personalisierter Werbung, laut Meta in EU, EWR und Schweiz.
23. April 2025EU-Kommission stellt einen Verstoss gegen das Gesetz über digitale Märkte fest, Geldbusse 200 Millionen Euro.
8. Dezember 2025Kommission: Meta will EU-Nutzern im Januar 2026 eine neue Wahl vorstellen.

Laut Kommission sollen EU-Nutzer wählen können: allen Daten zustimmen und voll personalisierte Werbung sehen oder weniger Daten teilen und eingeschränkt personalisierte Werbung sehen. Welche Varianten du siehst, zeigt das Auswahlfenster in der App. So beschrieb Meta die Varianten im November 2024:

  • Abo ohne Werbung: in der EU 5,99 Euro pro Monat im Web und 7,99 Euro in den Apps, jedes weitere Konto 4 beziehungsweise 5 Euro. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen betont: werbefrei heisst nicht datenfrei.
  • Weniger personalisierte Werbung: kostenlos; Meta nutzt laut eigener Angabe nur wenige Daten wie Alter, Standort, Geschlecht und deinen Umgang mit Anzeigen. Manche Anzeigen sind ein paar Sekunden lang nicht überspringbar.
  • Personalisierte Werbung: kostenlos; deine Daten werden für passende Anzeigen ausgewertet.

Deine Wahl kannst du laut Meta später in den Werbeeinstellungen der App ändern. Die Verbraucherzentrale NRW und der Verbraucherzentrale Bundesverband sind rechtlich gegen das Abo-Modell vorgegangen; laut Verbraucherzentrale Niedersachsen waren die Verfahren im Juli 2025 noch nicht abgeschlossen.

Welche Regeln gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

In der EU verlangt das Gesetz über digitale Märkte (Verordnung (EU) 2022/1925) von grossen Plattformen, sogenannten Torwächtern, deine Einwilligung, bevor sie personenbezogene Daten über Dienste hinweg kombinieren. Diese Pflichten sind seit März 2024 rechtsverbindlich. Wer ablehnt, soll eine weniger personalisierte, aber gleichwertige Alternative bekommen. Ablehnen darf nicht aufwendiger sein als Zustimmen, Widerrufen muss so einfach sein wie Zustimmen, und nach einer Ablehnung darf höchstens einmal jährlich erneut gefragt werden.

Länderbox (Stand: 18. Oktober 2026)
LandGesetz über digitale MärkteBesonderheitDatenschutzbehörde
DeutschlandGiltDie Liste der immer verknüpften Google-Dienste gilt laut Google hier nichtBundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und Datenschutzbehörden der Bundesländer
ÖsterreichGiltAuswahl der verknüpften Google-Dienste wie in der übrigen EUÖsterreichische Datenschutzbehörde
SchweizGilt nicht, kein EU-MitgliedGoogle beschreibt die Dienste-Auswahl nur für die EU; Metas Optionen von 2024 gelten laut Meta auch hierEidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB)

Die Google- und Apple-Hilfen zu Mein Anzeigen-Center, Werbe-ID, Apple-Werbung und Tracking nennen keine Beschränkung auf die EU. In der Schweiz wacht der EDÖB darüber, dass private Unternehmen Personendaten rechtmässig bearbeiten.

Ein Beispiel: Lena räumt ihre Werbeeinstellungen auf

Fiktives Beispiel: Lena aus Linz hat nach Regenjacken gesucht und sieht seither überall Jacken. An einem Sonntagabend schaltet sie im «Mein Anzeigen-Center» die personalisierte Werbung aus. Suche und Maps lässt sie verknüpft, weil sie gespeicherte Orte nutzt, die übrigen Verknüpfungen hebt sie auf. Auf dem Android-Handy löscht sie die Werbe-ID.

Bei Instagram wählt sie die Variante mit weniger personalisierter Werbung und nimmt kurze, nicht überspringbare Anzeigen in Kauf. Eine Woche später sieht sie weiterhin Werbung, aber kaum noch Jacken. Als Nächstes nimmt sie sich den Fernseher vor, mit Smart-TV einrichten: Werbung, Tracking und Updates einstellen.

Häufige Fehler

  • Erwarten, dass danach keine Werbung mehr kommt: Die Anzeigen sind nur weniger auf dich zugeschnitten.
  • Die Werbe-ID nur zurücksetzen statt löschen: Laut Google erhalten Apps erst nach dem Löschen statt der ID eine Folge von Nullen.
  • Google-Werbung nur abgemeldet einstellen: Dann gilt die Einstellung bloss für diesen Browser oder dieses Gerät.
  • Das Meta-Abo für datenfrei halten: Auch ohne Werbung werden Daten verarbeitet.
  • Bei Apple nur einen Schalter prüfen: «Apple-Werbung» und «Tracking» regeln verschiedene Dinge.

Deine Checkliste

Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.

Häufige Fragen

Sehe ich weniger Werbung, wenn ich die Personalisierung ausschalte?

Meist nicht. Apple schreibt, die Zahl der Anzeigen sinke möglicherweise nicht, sie seien aber weniger passend. Google zeigt weiterhin Werbung, wählt sie aber nach Kontext wie Tageszeit, Thema der Website oder aktuellem Standort aus. Ganz ohne Werbung ging es bei Facebook und Instagram laut Meta im November 2024 nur mit dem kostenpflichtigen Abo, und werbefrei heisst laut Verbraucherzentrale nicht datenfrei.

Muss ich die Einstellungen auf jedem Gerät wiederholen?

Teilweise. Das «Mein Anzeigen-Center» gilt laut Google für alle Geräte, auf denen du mit deinem Google-Konto angemeldet bist. Ohne Anmeldung gilt die Einstellung nur für den jeweiligen Browser oder das Gerät. Die Werbe-ID stellst du am Android-Gerät ein, die Tracking-Erlaubnisse am iPhone oder iPad. Prüfe diese Punkte nach einem Gerätewechsel deshalb erneut.

Was gilt für Kinder und Jugendliche?

Steht in einem Google-Konto, dass die Person unter 18 ist, ist personalisierte Werbung laut Google bereits ausgeschaltet. Bei Apple lässt sich die Einstellung, mit der Apps um Tracking bitten dürfen, für Kinderaccounts und Nutzer unter 18 nicht einschalten. Ab welchem Alter ein Kinderaccount gilt, unterscheidet sich je nach Land.

Darf Meta mich immer wieder nach meiner Zustimmung fragen?

In der EU dürfen Torwächter wie Meta nach einer Ablehnung oder einem Widerruf höchstens einmal jährlich erneut um Einwilligung für denselben Zweck bitten. Ablehnen darf nicht aufwendiger sein als Zustimmen. So steht es im Gesetz über digitale Märkte, das die EU-Kommission durchsetzt. In der Schweiz gilt es nicht. Für deinen Einzelfall kann dir eine Verbraucherberatung weiterhelfen.

Quellen und weiterführende Informationen

Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.

  1. EUR-Lex: Verordnung (EU) 2022/1925 (Gesetz über digitale Märkte)Quellenstand:
  2. EU-Kommission: Kommission stellt Verstoss von Apple und Meta gegen das Gesetz über digitale Märkte fest (23. April 2025)Quellenstand:
  3. EU-Kommission: Meta sagt Wahl bei personalisierter Werbung zu (8. Dezember 2025, englisch)Quellenstand:
  4. Meta: Abo ohne Werbung und weniger personalisierte Werbung in Europa (12. November 2024, englisch)Quellenstand:
  5. Verbraucherzentrale Niedersachsen: Facebook und Instagram mit kostenpflichtigem Abo-Modell (Stand 30. Juli 2025)Quellenstand:
  6. Google-Hilfe: Informationen zum GDM und zu verknüpften DienstenQuellenstand:
  7. Europäischer Datenschutzausschuss: Mitglieder und nationale DatenschutzbehördenQuellenstand:
  8. EDÖB: Eidgenössischer Datenschutz- und ÖffentlichkeitsbeauftragterQuellenstand: