Ein kleines Beispiel statt einer grossen Aufräumaktion
Fiktives Beispiel: Daniel sucht Bilder vom Geburtstag seiner Mutter. Auf seinem aktuellen Handy beginnt die Sammlung erst zwei Jahre später. Der alte Laptop enthält ältere Ordner; eine externe Platte trägt nur die Aufschrift «Fotos». Daniel schreibt diese drei Orte zunächst auf. Er weiss noch nicht, ob die Platte vollständige Kopien enthält. Genau diese Unsicherheit soll seine Übersicht sichtbar machen.
Er nimmt sich für den Anfang ein Ereignis vor, dessen Bilder er wiedererkennt. Das ist überschaubarer als sofort die gesamte Familiengeschichte zu ordnen. Eine fertige Übersicht ist bereits ein nützliches Ergebnis, auch wenn danach noch nichts umbenannt wurde.
Speicherorte mit einem verständlichen Namen erfassen
Notiere Geräte, Speicherkarten, externe Laufwerke und tatsächlich verwendete Cloud-Konten. Auch ein früher gemeinsam genutzter Rechner kann dazugehören. Beschreibe jeden Ort so, dass du ihn später eindeutig wiederfindest: beispielsweise «blauer Datenträger, Schrank oben». Passwörter und Wiederherstellungscodes gehören nicht in diese Liste.
Ergänze, ob du den Ort öffnen kannst, welche Jahre ungefähr vorhanden sind und wann du nachgesehen hast. Ein Fragezeichen ist besser als eine Vermutung. Bei einem defekten oder ungewöhnlich klickenden Laufwerk nicht mit wiederholten Reparaturversuchen experimentieren, wenn die Bilder unersetzlich sind.
Eine Ansicht ist noch keine zusätzliche Kopie
Dass dasselbe Foto auf Handy und Tablet erscheint, beweist keine unabhängige Sicherung. Beide Geräte können dieselbe synchronisierte Sammlung anzeigen. Bei iCloud-Fotos wirken Löschungen auf die verbundenen Geräte; Apple empfiehlt deshalb zusätzliche Sicherungskopien der Mediathek.
Öffne einige ausgewählte Bilder in voller Grösse. Eine Vorschau oder ein kleines Chatbild kann eine geringere Qualität haben als die ursprüngliche Datei. Notiere den Unterschied, ohne die kleinere Fassung sofort zu entfernen. Sie kann eine Beschriftung oder Bearbeitung enthalten, die du behalten möchtest.
Einen Hauptbestand und seine Lücken festlegen
Wähle für die weitere Arbeit einen nachvollziehbaren Hauptbestand, etwa die am besten überprüfte Sammlung. Das ist eine organisatorische Entscheidung und noch keine Aufforderung, andere Orte zu leeren. Schreibe fehlende Jahre oder Ereignisse gesondert auf und frage Familienmitglieder gezielt danach.
Einigt euch beim Austausch auch darauf, wer die Bilder sehen darf. Für eine Bestandsaufnahme reicht häufig die Information, dass jemand die Fotos besitzt. Ein öffentlich freigegebener Ordner mit allen Familienbildern ist dafür nicht notwendig.
Als Nächstes sichern, dann ordnen
Plane erst nach der Übersicht eine unabhängige Sicherung der wichtigen Dateien und kontrolliere, ob sich einzelne Kopien öffnen lassen. Das BACS empfiehlt regelmässige Sicherungen und Wiederherstellungstests. Eine zweite Festplatte im selben ungeschützten Umfeld kann denselben Schaden erleiden wie der Rechner.
Bewahre die Übersicht bei deinen geschützten wichtigen Unterlagen auf und aktualisiere sie nach einem Gerätewechsel. Sie enthält Hinweise auf private Sammlungen und sollte nicht öffentlich geteilt werden. Komplexe alte Dateiformate oder beschädigte Medien können fachliche Unterstützung erfordern; diese Liste garantiert keine Wiederherstellung.
Deine Checkliste
Die Häkchen dienen nur deiner Übersicht. Hier werden keine Eingaben an uns gesendet. Zum Aufbewahren kannst du die Seite über das Browsermenü drucken oder als PDF speichern.
Häufige Fragen
Muss ich jedes einzelne Foto zählen?
Nein. Für den Anfang reichen Speicherort, ungefährer Zeitraum und einige überprüfte Beispiele. Eine exakte Anzahl sagt ohnehin wenig über Vollständigkeit aus.
Was ist mit Bildern in Familienchats?
Erfasse den Chat als zusätzlichen Fundort. Frage bei wichtigen Bildern nach der Originaldatei, denn geteilte Fassungen können verändert oder verkleinert sein.
Kann ich danach die alte Festplatte entsorgen?
Erst wenn ihr Inhalt geprüft und das Gewünschte unabhängig gesichert ist. Sichere Datenlöschung und Entsorgung sind ein eigener Schritt.
Quellen und weiterführende Informationen
Primärquellen von Behörden, Verbraucherschutz und Anbietern. Eine Quelle kann in einer anderen Sprache vorliegen; massgeblich sind die Hinweise für deinen Dienst und deinen Wohnort.
- Library of Congress: Keeping Personal Digital PhotographsQuellenstand:
- BACS: DatensicherungQuellenstand:
- Apple: Set up and use iCloud PhotosQuellenstand:



